An einem Regentag…

Intermezzo 1 (Reflexion):

Gestern lag ich unter dem gleichen Platanenbaum wie am Samstagnachmittag. Nervös war ich nicht mehr; mit dem Fotografieren hatte es am Sonntagmorgen ganz gut geklappt. Die Geschichten der Menschen, die ich fotografiere bzw. über die ich schreibe, interessieren und faszinieren mich. Gerne würde ich jeweils (viel) mehr über sie erzählen, aber ich muss mich halt an die Vorgaben der Redaktion halten. Das ist nicht weiter schlimm; ich kann diese Begegnungen ja an anderen Stellen in andere Texte einfliessen lassen.

So, wie ich im Frühling 2016 über meine Begegnung mit Selda und die daraus entstandene Freundschaft und Verbundenheit ein Buch schreiben wollte. Über sie. Dann, im Herbst 2016, meinen Blog eröffnete, mich vor den Sommerferien 2017 entschied, zum Projekt „Selda“ zurückzukehren, und jetzt wieder denke: Nein. Ich vermische unsere Geschichten und unsere Gemeinsamkeiten nicht, ich lasse mich durch nichts und niemanden beeinflussen oder beirren. Nicht einmal durch Leute, die durchdrehen, wenn sie andere in eine verzweifelte Situation gebracht haben und merken, dass diese sich – trotz Verzweiflung und trotz Krankheit – wehren. Nein. Ich bleibe mir selbst treu – wie bis anhin.

Wenn gewisse Leute und sogar Institutionen in meinem Blog schnüffeln, um Aussagen gegen mich auslegen zu können oder um zu schauen, wie weit ich gehe mit dem Aufdecken von Wahrheiten, sollen sie es (weiterhin) tun. Dies sagt ja vor allem viel über sie aus und über das, was sie tun. Sowie über die Wirkung meiner Texte. Ich werde also weiterhin auspacken und habe noch einiges auf Lager…

Ich werde mich nicht mundtot machen lassen: weder durch das Gerede von den verschiedenen Wahrnehmungen (besonders praktisch, wenn Wahrheiten nicht benannt werden sollen; dann werden sie mit der Wahrnehmung, die ja nur die meine, die deine oder die seine ist, niedergemacht) noch durch das Hinweisen auf die „andere Seite“ (die es logischerweise immer gibt, die aber oft gebraucht wird, damit die erste Seite nicht aufdecken kann, was schiefläuft); weder durch das Verweisen auf „das System“ (Hä? Was für ein System? Und vor allem: Wer entwickelt und trägt denn Systeme? Tiere etwa?! Oder entstehen sie aus dem Nichts?) noch durch die Behauptungen, man mache Vorwürfe oder drohe sogar (Jöö! Die armen bedrohten Systemvertreter(innen), die Angst vor Vorwürfen, die gar keine sind, haben und daher gleich selber der Person, die kein Blatt vor den Mund nimmt, Vorwürfe machen). Tut mir leid. Diese Strategien habe ich längst durchschaut.

Ich bleibe mir selbst treu. Nach einer Strafanzeige kommt dann vielleicht bald einmal eine Morddrohung. Letzthin hat mir nämlich ein bekannter Schweizer Journalist und Moderator sehr nett zurückgeschrieben und mir ein paar nützliche und motivierende Tips gegeben. Er gehört zu denjenigen, die unser Land so bitter nötig hat: die eben kein Blatt vor den Mund nehmen. Und ja, dies führt bis zu Morddrohungen sowie weiteren Anfeindungen und Beschimpfungen.

Eigentlich wollte ich solche Thematiken während der Sommerferien ja ruhen lassen. Aber heute war ein so regnerischer und trüber Tag, dass meine Sommerflash-Inspiration mit den Wassertropfen davonfloss. Morgen kommt sie wohl zurück; morgen soll die Sonne wieder scheinen, und wir fahren am Nachmittag nach Avenches an ein Konzert im Amphitheater. Patrick Bruel. 🙂 Und am Morgen muss ich einen Artikel für die Zeitung schreiben. Einen ganz friedlichen: über ein Geschäft für Flugzeugmodelle in Oberglatt, dessen Besitzer wechseln. Heute Nachmittag war ich dort, habe mich umgesehen und mich mit den „alten“ und neuen Besitzer(inne)n unterhalten. Mich berühren nicht nur die Geschichten von Menschen, sondern vor allem auch ihre Leidenschaften.

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