Gedanken zwischen zwei Schuljahren

 

Wir sind seit sechs Tagen in Griechenland. Region Chalkidiki, Halbinsel Kassandra, Strand bei Paliouri. Wunderschön und landschaftlich abwechslungsreich; bei Touristen aus Westeuropa eher unbekannt (und umso besser so). Wir sind hier als Patchworkfamilie – nicht mit drei Kindern zwar, aber mit den beiden Mädels.

Und obschon ich eine offene Person bin und von Anfang an zuversichtlich war, bin ich ein bisschen überrascht, wie gut es läuft: Wir essen gemeinsam, haben es oft lustig und unternehmen Gemeinsames (Strand, Baden und Schwimmen, Pedalofahrten mit Rutschbahn (und ein paar Quallen weiter draussen im Meer…), Tagesausflug zur nächsten Halbinsel (Sithonia), Ausflüge in die Nachbardörfer Pefkochori und Hanioti (wo ich mich gestern Abend mit einer Schweizerin, die seit 23 Jahren hier lebt und es nicht bereut (wen wunderts!), unterhielt), griechische Abende mit griechischer Musik…), und wir haben Zeit zu zweit, Zeit als Paar, nicht nur am Abend, sondern auch tagsüber, was ich schätze und schön finde. (Gerne auch mit einem Ouzo.)

Zudem mache ich jeden Tag beim Stretching oder Yoga mit, wobei mir meine ausgeprägte Überbeweglichkeit natürlich Vorteile verschafft. (Die ich gerne nehme, da ich ja auch ständig mit den Nachteilen konfrontiert bin… Immerhin ist mein rechtes Fussgelenk seit der Operation im Februar 2018 deutlich stabiler geworden; die Operation am linken Fuss schiebe ich (noch etwas) hinaus, da momentan andere Dinge dringender und/oder mir wichtiger sind.) Und wenn ich schon dabei bin: Die vergangenen Wochen bzw. wenigen Monate waren schon ein kleiner Kampf, Krankheitssymptome (Gelenke, Sehnen, Hals, Magen…) in Schach zu halten und einen erneuten Krankheitsschub zu verhindern. Doch es scheint – mit Unterstützung durch Physiotherapie und Tropfen sowie Abschalten in der Freizeit – gelungen zu sein, worüber ich froh bin; auch wenn ich weiss, dass ich weiterhin aufpassen muss.

Vom 12. August an arbeite ich an einer für mich neuen Schule sowie weiterhin an einer der beiden, an denen ich im soeben beendeten Schuljahr schon arbeitete. Zum Glück werde ich nur noch an einem Tag pro Woche an beiden Schulen tätig sein; das war auch einer der Hauptgründe gewesen für meinen Entscheid: weniger Hin und Her, weniger Orte, an denen mein Leben sich abspielt, weniger Wechsel.

Dass Schule nicht gleich Schule ist, sondern (leider) grosse Unterschiede auf etlichen Ebenen bestehen, die meistens mit Führung, die eben gut oder schlecht oder gar nicht vorhanden sein kann, sowie mit Wertschätzung der Lehrpersonen und ihrer Stärken, zu tun haben, habe ich in Texten schon mehrfach zum Ausdruck gebracht. Das wird bei Firmen nicht anders sein, vermute ich mal bzw. weiss ich aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Nur finde ich es bei Schulen besonders verwerflich, da sie eigentlich ein Stück Staat repräsentieren und eine gewisse Vorbildfunktion ausüben soll(t)en. (Aber der Schweizer Staat ist nur sehr bedingt vorbildlich; von daher kann kaum mehr erwartet werden, stimmt schon…)

Richtig schlimm wird es, wenn die Führung (also die (in solchen Fällen sogenannte) Schulleitung) selbst völlig überlastet und überfordert ist und dies auf Mitarbeitende, die ernsthaft krank sind, überträgt (siehe Wirtschaftsschule KV Winterthur). Dann wird es nur noch absurd und unerträglich. Aber darauf gehe ich nicht mehr näher ein; das habe ich ja ausführlich getan und werde sämtliche Texte spätestens in den Herbstferien (wovon ich zum Glück ein bisschen mehr als gewohnt haben werde), wieder auf „öffentlich sichtbar“ stellen.

Es ist ja nicht so, dass mir der Blog nicht mehr wichtig wäre – im Gegenteil. Ich war nur von all den Veränderungen im Jahr 2018 (erfolgreiches Therapieende mit einem Immunsuppressivum/Zytostatikum (nicht ganz ohne, wirklich nicht…), (viel) bessere Prognose nach eben diesem Erfolg, Wiedereinstieg ins Arbeitsleben, Auftritt an einem kleinen Konzert (totally unplugged) und der Begegnung mit der Liebe meines Lebens (obschon ich schon ein paarmal intensiv und leidenschaftlich geliebt habe) und allem, was dazugehört) etwas überrumpelt und musste Prioritäten setzen.

Den Blog wird es aber, wie auch schon erwähnt, weiterhin geben, auch wenn ich mir damit wieder mal eine Strafanzeige – Schweizer Bünzli sind allzeit bereit – einhandeln sollte, und ein neues Video kommt im August: „Lonely Sky“ auf dem Klavier gespielt, zum gesungenen Original. Wenns gut wird, auch mit weiteren Songs, bald zudem wieder Songaufnahmen.

Passend zu meiner Vorfreude auf Gesangsstunden bei Sandra und Songaufnahmen bei Adi gibt es heute Abend live Piano und live Gesang. Ich freue mich darauf und hoffe, dass P. danach nicht wieder eine Heuschrecke aus unserem Hotel-Doppelzimmer vertreiben muss – mit Martin Suters „Business Class“. 😃

 

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