Ein bunter Strauss

Es war dann keine (zweite) Heuschrecke, sondern eine Mücke und eine Fliege, die mit Martins Suter „Business Class“ vertrieben wurden.

Schon wieder ist eine Woche vergangen, sie war ebenfalls wunderschön. Morgen fahren wir nach genau zwei Wochen in Paliouri (Halbinsel Kassandra) nach Thessaloniki, von wo aus wir zurück nach Zürich fliegen. Unser „Projekt“, also die ersten Ferien als Patchworkfamilie, ist definitiv geglückt, darüber sind wir uns einig. Auch glaube ich, dass wir ein bisschen stolz darauf sein können, da wir alle vier dazu beigetragen haben.

Eigentlich mag ich Ausdrücke wie „Patchwork“ gar nicht, da sie ja auch nur wieder kategorisieren und schubladisieren. Eigentlich sind wir „einfach“ zu viert verreist und haben es gut gehabt. Eigentlich möchte ich gar nicht wissen, wie es bei denjenigen, die gerne „Happy family“ und „Friede, Freude, Eierkuchen“ vorgaukeln, wozu die sozialen Medien logischerweise eine willkommene und unkritische Plattform bieten, wirklich zu- und hergeht (oder vielmehr was alles verloren gegangen und nicht mehr vorhanden ist).

Da ich in diesen Ferien wieder angefangen habe, meine Beiträge auf einer FB-Seite (Wordartist / @ichnennedieDingebeimNamen) zu veröffentlichen und zu bewerben, und die Anzahl Lesenden dadurch natürlich wieder angestiegen ist, möchte ich noch einmal oder wieder einmal Folgendes zum Blog sagen: Ich berichte darin aus meinem aktiven, engagierten und oft glücklichen Leben mit einer chronischen (und schweren) Autoimmunerkrankung, deren Prognose aber zum Glück (wieder!) gut aussieht. Autoimmunerkrankungen treten aufgrund der genetischen Veranlagung häufig im Doppel- oder Multipack auf; das ist auch bei mir der Fall. Doch dies ist im Verlauf des Bloggens (mit dem ich vor drei Jahren begann) noch einmal zum Glück ziemlich nebensächlich geworden, da zwei der drei diagnostizierten Erkrankungen mein Leben kaum bis gar nicht beeinflussen. Aber Spuren hinterlassen haben sie trotzdem; jede Erfahrung hinterlässt Spuren.

Auf die ganze Thematik, insbesondere den Aspekt, dass Aussenstehende davon halt meistens nichts sehen und wenig mitbekommen (und demzufolge geneigt sind, nicht zu glauben…), gehe ich hier und jetzt nicht weiter ein. Sobald die 260 momentan noch verborgenen Texte wieder öffentlich sichtbar sind, kann jede(r), den/die es interessiert, selber lesen, was ich so alles erlebt habe. Allem voran, wie ich an einem meiner früheren Arbeitsorte, der Wirtschaftsschule KV Winterthur, behandelt worden bin, als es mir sehr schlecht ging, die mich behandelnden Ärzte und Ärztinnen nicht wussten, wie es weitergehen würde, und ich nach meinem (vor der längeren Krankheitspause) letzten Arbeitstag auf dem Heimweg am Strassenrand einen körperlichen Zusammenbruch erlitt, der mich für immer geprägt hat, den ich nie vergessen werde, den ich nie abschliessend werde beschreiben können.

Und nein, es ist nicht so, dass ich mit den unglaublichen Erfahrungen an oben genannter Schule (noch) nicht abgeschlossen hätte. Es ist vielmehr so, dass ich extrem hartnäckig sein kann, wenn es um Ungerechtigkeiten geht, und dass ich sie aufdecke, wenn ich kann. Dass ich der Meinung bin, man müsse sich nicht alles gefallen lassen und nicht alles schlucken und sich vor allem nicht beeindrucken und einschüchtern lassen – weder von (überlasteten und überforderten) Vorgesetzten noch von bürokratisch-kleinlich-peinlichen Behörden, denen es meistens ums Geld geht und die sich einen Scheissdreck für die menschlichen Schicksale, die hinter ihren Nummern, Fällen und Dossiers stecken, interessieren. Darum lasse ich nicht locker – „nur“ darum.

Mir geht es nämlich gut und ich bin glücklich über die zwei wunderschönen Wochen in einem Teil Griechenlands, den ich zuvor nicht kannte, obschon ich schon zehn Male in Griechenland war, meistens jedoch auf einer der zahlreichen Inseln und einmal auf dem Peloponnes. Wir hatten es gut zu zweit, wir hatten es gut zu viert. Wir haben viel gesehen, erlebt und unternommen, wir haben uns ausgeruht und erholt. Wir haben jeden Moment, jedes Detail in uns aufgenommen.

Wer mit mir auf FB befreundet ist, hat die Fotos und Videos sehen und einen (kleinen) Teil unseres Glücks mitverfolgen können. Für die anderen, die es interessieren könnte, werde ich in einem weiteren Beitrag noch etwas mehr darüber berichten. Jetzt gerade kann ich mich zu wenig konzentrieren, da wir fünf Kinder im Haus haben; die Übernachtungsparty im Garten ist geglückt und soll sich kommende Nacht wiederholen… (Hilfe! 😀 P. und ich haben uns gestern Abend ans Street Food Festival in Schaffhausen abgesetzt und die kulinarische Vielfalt genossen.)

A propos Vielfalt (ohne die dieses Land furchtbar langweilig wäre!): Mein Blog dreht sich längst nicht nur um (von aussen nicht sichtbare) Krankheiten, sondern um (sehr) viel mehr. Er ist ein bunter Strauss (wie mir ein Leser vor Kurzem gesagt hat) an persönlichen Erlebnissen und Eindrücken sowie Gedanken und Meinungen zu aktuellen Ereignissen oder Strömungen in der Schweiz oder im Ausland.

Was sich jedoch wie ein roter Faden durchzieht: Ich stehe dem (oftmals einfach nur feigen) Gerede von den „verschiedenen Wahrnehmungen“ und „anderen Bildern“ (die oftmals nichts anderes als faule Ausreden sind, um den Wahrheiten nicht ins Gesicht blicken und um nicht Stellung beziehen zu müssen) skeptisch gegenüber, mag ganz allgemein kein „Wischi-Waschi“ (um sich ja nicht festlegen und zu nichts bekennen zu müssen) und nenne die Dinge beim Namen. Im Wissen darum, dass dies nicht allen passt und gefällt, dass nicht alle damit umgehen können, dass dies überfordern kann und die Überforderung in der Folge auf die Person, die sie auslöst bzw. vor Augen führt, übertragen wird. (Ist halt wunderbar bequem!) Das hat mich anfangs (etwas) befremdet und irritiert, jetzt aber nicht mehr – im Gegenteil.

So, das wäre in Kürze (!) das Wichtigste zu meinem Blog. Ich freue mich wirklich, auch bloggend wieder aktiver zu sein, und hoffe, dass ich mir bald die Zeit nehmen kann, einen Teil der Texte ein wenig zu überarbeiten und ein paar Fotos zu entfernen bzw. durch andere zu ersetzen. Und jetzt muss ich mal nachsehen, was die Kinderbande macht und ob ich die richtigen Zutaten für ein griechisches Abendessen habe. (Den Text habe ich nämlich in zwei Teilen geschrieben, da wir am Dienstag noch so lange getanzt und geredet haben, dass ich mit dem Beitrag nicht fertig geworden bin. Seit Mittwochmittag sind wir wieder zu Hause und freuen uns bereits auf unseren nächsten Urlaub.)

Dublin. 🍀

 

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