Erstens, zweitens, drittens.

Vor lauter Corona bin ich doch nicht früher zum Verfassen eines neuen Blogbeitrags gekommen. Nicht, dass mich das Virus gross beschäftigen würde – dem ist definitiv nicht so. (Obschon ich als (permanent) Immunsupprimierte bessere Gründe dafür hätte als die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung…) Nein, es hat vielmehr damit zu tun, dass grad sehr viel anderes läuft in meinem Leben und dass das Homeschooling mit zwei Pubertieren zu Hause auch nicht ganz so viel Musse mit sich bringt, wie ich es mir wünschen würde. Aber seit der Lektüre eines Mamablog-Artikels, in dem ich auf den Begriff Hormonopfer gestossen bin, betrachte ich die beiden zwischendurch eben als Hormonopfer, was ziemlich entspannend und mitunter hochamüsant sein kann. (Zum Ausprobieren empfohlen!)

Anyway, die Zeiten sind zwar etwas turbulent, aber ich bin weit davon entfernt, sie als schwierig zu bezeichnen. Erstens habe ich in meinem Leben schon wirklich viel schwierigere Zeiten er- und überlebt (und gut überlebt, sprich viel daraus gelernt); zweitens verstehe ich das Aufheben um Corona nicht und steht es in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Problemen auf der Erde (Klimawandel, Kriege, Armut, Elend, Zerstörung, Flucht… sowie Stress, Druck, ständige Erreich- und Verfügbarkeit, Überlastung, Überforderung, psychische Krankheiten…); drittens sterben sehr viel mehr Menschen aus anderen Gründen als einer Infektion mit Covid-19; viertens halte ich die Entschleunigung für unsere Gesellschaft für dringend notwendig und tut sie Mensch und Umwelt gut; fünftens sind P. und ich in der Zeit auch kreativ geworden und haben begonnen, unser eigenes kleines Tonstudio aufzubauen. Das läuft, obschon wir erst am Anfang unseres gemeinsamen künstlerischen Weges/Prozesses stehen und noch vieles ändern und verbessern werden, schon ganz gut, und wir freuen uns, noch diese Woche unser erstes kleines Projekt vorstellen zu können.

Das Video ist fertig, die Audio-Aufnahme fast im Kasten. Eigentlich hätte sie am vergangenen Sonntag, meinem Geburtstag, fertig werden sollen. Aber wir hatten einen wunderschönen Tag, der mich glücklich machte und für den ich dankbar bin, der mit dem Frühstück auf unserer Terrasse vor dem Garten begann und nach dem Kuchenessen mit den Kindern sowie einem längeren Spaziergang zu zweit dem Rhein entlang (währenddem die Kinder (als Geschenk) das Haus putzten…) mit einem nach Hause gelieferten indischen Abendessen und einer für uns speziellen Flasche Rotwein (99 points 😉) endete, sodass wir das Fertigstellen von „Snows of New York“ um ein paar Tage verschieben mussten… („Too much wine and too much song, wonder how I got along.“ 😅 (aus einem meiner allerliebsten Lieblingssongs…)) Aber es kommt bald, vielleicht sogar noch vor Ostern.

In meinem letzten Beitrag hatte ich angekündigt, noch (viel) mehr über die Schweizer Volksschule zu schreiben. Das werde ich auch tun – Kritisches wie Lobenswertes und Erfreuliches. Davon gibt es natürlich auch vieles – und ich finde es wichtig, anzuprangern, was schiefläuft, aber auch zu nennen, was gut läuft. Beispielsweise bin ich sehr beeindruckt, wie der Fernunterricht bei N. organisiert und umgesetzt worden ist: geführt, strukturiert, kreativ, abwechslungsreich, engagiert und motivierend. Die Situation ist ja schliesslich für alle neu und traf unerwartet ein – von daher bin ich sogar doppelt beeindruckt. Abgesehen davon halte ich mich zu den Themen Schweizer Schulen und Schulsysteme vorerst noch etwas zurück und komme zu gegebenem Zeitpunkt wieder darauf zurück bzw. erzähle aus meinem grossen Erfahrungsschatz – als Lehrerin, als Mutter, immer beide Perspektiven im Kopf und im Herz, was etliche Vorteile, aber auch ein paar Nachteile mit sich bringen kann.

Irgendwie hab ich auch gemerkt, dass ich jetzt langsam in einem Alter bin, wo es mir leid tut, dass ich die doch recht zahlreichen Nachrichten (auf ganz verschiedenen Wegen) von Schülern und Schülerinnen nicht aufbewahrt habe. Na ja…; einerseits schade, dass ich dies nicht getan habe, andererseits hab ich all diese Worte und Zeilen in meiner Erinnerung gespeichert und haben sie mir ja schliesslich auch durch die eben schwierigeren Zeiten, insbesondere 2016 und 2017, geholfen – als kleine Mosaiksteinchen in einem grossen, facettenreichen und vielfältigen Mosaik, das letztlich mein Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ausmacht. – Anyway, ab jetzt behalte ich „alles“ auf. Der Anstoss dazu gab mir eine am vergangenen Freitag erhaltene WhatsApp-Nachricht eines ehemaligen Schülers:

„Grüezi Frau B.
Wie geht es Ihnen?
Ich denke viel an Sie und unsere gemeinsamen Erlebnisse in …
Wir hatten ein paar unglaubliche und unvergessliche Momente.
Ich bedanke mich herzlich für die schöne und lehrreiche Zeit.
Und wünsche Ihnen viel Kraft und Gesundheit.
LG
…“

Damit schliesse ich meinen heutigen Beitrag und wünsche möglichst wenig Angst, Panik und Hysterie. Sie sind immer schlechte Begleiter im Leben. – Bis bald mit unserer ersten Eigenproduktion! 😍

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2 Kommentare zu „Erstens, zweitens, drittens.

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