Ruhig, gelassen und klar

Vor dem eigentlichen Text zwei mir wichtige Punkte:

1. Ich weiss, dass ein paar Lesende etwas verwirrt sind wegen den Texten, die ich vor zwei Jahren schrieb und in denen ich über die Freundschaft zwischen mir und Felipe (Felí) berichtete, und meiner grossen Liebe zu Peter. Denjenigen, die mir persönlich geschrieben haben, habe ich erklärt, was sich wie verhält. Wer mir schreibt, erhält eine Antwort. (Das tun ja eh nur solche, die sich wirklich interessieren. (Die Schnüffelnden und Neugierigen habe ich aus meinem Leben so ziemlich entfernt – insbesondere auf FB. (Das tut gut und ist sehr zu empfehlen.)))

2. Zum Riesenspektakel-Coronahype äussere ich mich im Blog nicht (mehr) gross. Wer meine Meinung zur unsäglichen Hysterie, die in keinem Verhältnis zu den Fakten und den Zahlen steht, kennen (lernen) möchte, kann meine FB-Posts anschauen. Hier nur noch das: Wer „infiziert“ mit „krank“ verwechselt, macht sich einfach nur lächerlich, und wer die Panikmache der Mainstream-Medien nicht durchschaut oder sogar noch unterstützt und weiterverbreitet, hat ein Denkvermögen einer Fliege. – Sorry, aber anders lässt es sich nicht ausdrücken. Die sogenannten (!!!) Fallzahlen sagen überhaupt nichts aus. Und offenbar sind sie ja ganz furchtbar am Steigen – also haben die Massnahmen einen Dreck genützt. (In der Logik der braven und angepassten Bürger und Bürgerinnen, die jeder Weisung „von oben“, sei sie auch noch so absurd, bedingungslos folgen, wird dies natürlich geleugnet… 🙈🙈)

Jetzt aber zum eigentlichen Text:

Seit acht Tagen wohnen wir in Winterthur, genauer gesagt im Mattenbachquartier. Dass die zwei Monate vor dem Umzug „crazy“ gewesen sind und es jetzt immer noch „crazy“ ist, brauche ich wohl nicht hervorzuheben. Wenn auch noch eine neue Stelle (mit allem, was dazugehört…) hinzukommt, wird es erst recht „crazy“: Ich bin Peter sehr dankbar, dass er den Umzug (mit allem, was dazugehört…) gemanagt hat – das war (und ist) echt viel Arbeit.

So konnte ich mich trotzdem einigermassen auf die neue Stelle konzentrieren und habe ein paar sehr gute Rückmeldungen bekommen. Die mich unter anderem darum freuen, weil der Schulleiter meine Stärken erkannt hat und sie benennen kann. (Was nicht selbstverständlich ist…) Meine Ruhe, meine Gelassenheit, meine Klarheit – um die drei für mich wichtigsten Rückmeldungen zu nennen.

Wobei die gemeinte Ruhe nichts mit der Stimme und damit, ob jemand ab und zu laut wird und ausruft, zu tun hat – überhaupt nichts. Im Gegenteil: Wer innerlich wahrhaft ruhig und bei sich ist, kann sich den Emotionen stellen und sie in ihrer ganzen Bandbreite und Vielfalt zulassen. Dazu gehören eben nicht nur Zuneigung, Freude, Glück, sondern auch Ärger, Wut, Verzweiflung.

Wer letztere sowie weitere „negative“ Gefühle ständig ausblendet und äusserlich immer schön ruhig bleibt, macht sich selbst und den anderen etwas vor, ist zu sich selbst und zu den anderen nicht ehrlich und unterdrückt wichtige und wertvolle Regungen, was zu einer ständigen inneren Angespanntheit führt. Diese zeigt sich oft darin, dass Betroffene Kleinigkeiten dramatisieren oder wegen einer Kleinigkeit einen Streit anzetteln. Aber laut werden würden sie nie – und sind sogar noch stolz darauf. Das ist ziemlich „lustig“ – und hat mit wahrhafter Ruhe gar nichts zu tun. Diese strahlt eine Person, die sie hat, „einfach“ aus – ohne dass sie sich darum bemühen müsste und ohne dass sie dazu eine leise Person sein müsste.

Diese Art von Ruhe ist mir immer und immer wieder attestiert worden; in jeder kompetenten Rückmeldung zu meinem Unterricht wird sie hervorgehoben – von Schulleitenden, von Kollegen und Kolleginnen und sogar von Schülern und Schülerinnen. Das freut mich jedes Mal und hat mich auch in der aktuellen Rückmeldung zwei Tage vor unserem Umzug wieder gefreut: Denn letztlich zeigen sie mir, dass die schwierigen Erfahrungen mir mein Wesen nicht genommen haben. Im Gegenteil – sie haben es sogar noch verstärkt.

Am 14. Februar, also am Valentinstag, 2014 erhielt ich die Diagnose einer in der Fachliteratur als schwer bezeichneten chronischen Erkrankung/Autoimmunerkrankung. (Wer mich kennt und/oder den Blog einigermassen mitverfolgt hat, weiss, worum es geht und was das für mich so alles bedeutet(e).)

Am 27. November 2014 wurden nach der dringend notwendigen Operation in der Nase (hier in Winterthur, in der Marktgasse…) ein paar Zellen, die auffällig erschienen, speziell untersucht – auf Entartung in Richtung Krebs, versteht sich. Davon wusste ich vor der Operation nichts; das kam erst bei der Gewebeprobe zum Vorschein. Zum Glück – und das war wirklich Glück – waren die Zellen doch nicht „bösartig“.

Der körperliche Zusammenbruch am 30. Januar 2016, einem Samstag, meinem letzten Arbeitstag an der Wirtschaftsschule KV Winterthur, mit der ich ab Herbst 2015 absolut Unglaubliches erlebt hatte. Die Texte, die diese Erfahrungen beschreiben, werden bald wieder öffentlich zu lesen sein; ich bin daran, sie ganz leicht zu überarbeiten und neu zu veröffentlichen. Es dauert „nur“ aus oben genannten Gründen länger als ursprünglich geplant.

Im Winter 2018 stellte ein Immunologe am Universitätsspital Zürich eine Veränderung im Blut fest, die eine Vorstufe von Leukämie darstellt. Was mir einen gewissen Schrecken einjagte und mir einen Besuch bei einem Hämatologen und Onkologen im TUCARE Bülach bescherte. Der konnte aufgrund weiterer Untersuche, seinem grossen Fachwissen und meiner Diagnose entwarnen: Er meint(e), dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit meine Autoimmunerkrankung – und kein weiterer treibender „Motor“, wie er sich ausdrückte – hinter den Blutveränderungen stehe. Also nochmals Glück gehabt.

Am 14. Februar, also wieder am Valentinstag, 2018 folgte die Operation am rechten Fuss, um unter anderem eine Verbesserung der Gelenkstabilität hinzukriegen. Auch dies war eine relativ langwierige Sache, an die ich diesen Sommer wieder vermehrt erinnert wurde: Eine der drei Schrauben (siehe Beitragsbild vom letzten Beitrag), die ich schon im Sommer 2019 immer mehr spürte, wurde am 28. August in einer ambulanten Behandlung entfernt, d. h. herausgeschraubt.

Eineinhalb Stunden später fuhr ich mit Tram und Zug nach Hause. Ich bin froh, dass sie endlich draussen ist; es tut jetzt viel weniger weh, und die Narbe sieht jetzt auch viel schöner aus, womit ich gar nicht gerechnet hatte. In gewissen Positionen spüre ich die Eingriffe immer noch, werde ich vielleicht sogar für immer ein bisschen was davon merken. Aber es ist nicht zu vergleichen mit vorher; darum bin ich froh, dass es gemacht ist.

Na ja, das sind so die Haupt-Benchmarks. Es gibt noch weitere, etwas weniger einschneidende, und es gibt natürlich die zahlreichen Auswirkungen der Diagnose vom Februar 2014. Die damals ja schon fünf Jahre bestanden hatten; zwischen Ausbruch der Krankheit im letzten Trimester der zweiten Schwangerschaft (typischer Trigger für Autoimmunerkrankungen) anfangs 2009 und der Diagnose vergingen fünf Jahre. (Was nicht etwa aussergewöhnlich ist.)

Diesen kleinen Exkurs habe ich gemacht, weil ich der Ruhe, der Gelassenheit, der Klarheit, die offenbar viele Menschen bei mir spüren, auf den Grund kommen wollte. Diese Erfahrungen sind natürlich ein Grund dafür. Aber es gibt noch weitere Gründe: Ich habe da auch viel von meiner Grossmutter mütterlicherseits über- und mitnehmen können, wofür ich ihr so dankbar bin, dass ich es hier (oder auch anderswo) nicht wirklich ausdrücken kann.

Stichwort: Erziehung ohne Drama – ein Kapitel für sich. Besser gesagt ein Buch für sich: Erziehung ohne Drama – dafür mit Offenheit, Grosszügigkeit, Freiheit, Vertrauen und damit der Möglichkeit, ein gesundes Selbstbewusstsein und ein gesundes Selbstvertrauen aufbauen zu können. Unendlich wertvoll – Tag für Tag.

Hier in Winterthur werde ich der SP beitreten. Sie haben mich sehr offen und freundlich empfangen; ich kann meine Leidenschaft fürs Schreiben auf ihrer Website, ihren Social-Media-Plattformen sowie in ihren Zeitschriften einbringen, worauf ich mich freue und womit ich (viel) mehr machen als bei den „Grünen“. Zu ihnen ging ich damals, weil sie moderne Frauen brauch(t)en, wie sie sich ausdrückten. Aber mein Herz lag schon immer bei den sozialen Themen; ich fühlte mich immer der SP am nächsten. Darum der Wechsel, der eigentlich gar kein Wechsel ist.

Und seit vorgestern haben wir einen neuen und sechsten Mitbewohner im Haus: Teddy Paddington (siehe Beitragsbild) ist mein Zugeständnis an Nailas grosse Tierliebe und ihre grosse Gabe nachgeben zu können. Wir haben ihn schon ganz fest in unsere Herzen geschlossen. 💛

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