Gesichtslos

Gesichtslose Menschen

Wie kann ich sie kennen lernen?

Zum Kennenlernen, zum Kontaktknüpfen, zum Beziehungsaufbau gehört doch ein Gesicht…

Ich sehe nur die Augen. Die sind schön, die erzählen Geschichten. Aber den Rest stell‘ ich mir jedes Mal falsch vor. Dann merk‘ ich jeweils, dass es den Menschen, den ich zu kennen glaubte, gar nicht gibt. Dafür gibt es einen anderen Menschen, den ich nicht kenne. Den ich aber kennen sollte – als Lehrerin. Auch kennen möchte – als Mensch, als Mitmensch.

Ich merk‘ es jeweils dann, wenn er oder sie ’was trinkt oder isst und dafür die Gesichtsmaske kurz hinunternimmt. Das heisst, viele nehmen es – verständlicherweise – ja nicht wirklich ernst mit dem Teil, was mir immerhin Chancen verschafft, die Gesichter auch mal (etwas) länger zu sehen. Vielleicht auch zu lesen.

Eigentlich bin ich darin ganz gut, und es ist schade, dass diese Fähigkeit zur Zeit auf der Strecke bleibt. Es schadet, wie erwähnt, dem Beziehungsaufbau und damit natürlich dem Lehren und Lernen. Es behindert die Kommunikation, es verursacht Missverständnisse.

Mich faszinieren schöne Gesichter.
Mich fasziniert Schönheit überhaupt.
Und nein, so subjektiv, wie manche gerne glauben oder vorgeben, ist sie eben nicht.

(Aber das ist ein anderes Thema; vielleicht ein anderes Mal mehr dazu.)

Mich berühren Gesichter, die Geschichten erzählen.

Jetzt:

überall gesichtslose Menschen.

Überall – nicht nur in der Schule und in den Klassenzimmern.

Überall – am Bahnhof, in den Bussen und Zügen, im Supermarkt, in der Boutique.

Die Auswirkungen dieser Gesichtslosigkeit werden nie messbar sein, doch sie sind – jetzt schon – verheerend.

Ihr fragt, inwiefern?

Und ich antworte nicht, weil ich denjenigen, die das nicht sehen oder um alles in der Welt nicht zugeben, nicht (mehr) antworten mag.

Wie rechtfertigt ihr sie? Wie rechtfertigt ihr die verheerenden Auswirkungen nicht nur der Gesichtslosigkeit, sondern sämtlicher (sogenannter) Massnahmen?

Mit eurer Angst, eurer Panik?

Mit eurer persönlichen Psychose, die ihr – zusammen mit den anderen Systemlingen – zur gesellschaftlichen, zur kollektiven Psychose gemacht habt?

Mit eurer Verwöhntheit, eurer Wohlstandsverwahrlosung?

Mit eurem Egoismus?

Mit eurer Illusion, das Leben planen und steuern zu können?

Mit eurem Klammern an trügerische Sicherheiten?

(Das Leben ist nie sicher. Das Leben ist ein Risiko.)

Mit eurer geheuchelten Solidarität, die einzig und allein für euch ist und keinem einzigen chronisch kranken Menschen hilft? (Und ich weiss, wovon ich rede – oh ja.)

Mit eurer Gläubigkeit?

“Corona“ als Glaubensfrage.

Die einen glauben (nach wie vor) an die Gefährlichkeit dieses Virus‘, die anderen haben nie daran geglaubt. Ich gehöre zu Letzteren, wäre aber, wenn auch nur ein bisschen etwas von den ausgemalten Horrorszenarien eingetroffen wäre und die Bilder nicht ge-fake-t worden wären, durchaus zu einer Änderung meiner Meinung bereit gewesen. Aber nichts davon ist eingetroffen – wie ich von Anfang an geahnt hatte.

Und nein, schreit jetzt nicht auf.

Werdet realistisch, werdet verhältnismässig.

Schwafelt – in eurem Jargon heisst das ja neuerdings „schwurbelt“ – nichts von den Massnahmen, denen wir das zu verdanken hätten. Oder seid ihr Hellsehende?! Oder habt sonst irgendein wissenschaftlich fundiertes Argument dafür?!

Akzeptiert, dass der Tod zum Leben gehört und dass er, wenn er mit 85 eintritt, keine Tragödie darstellt. Und nein, verdreht jetzt nicht grad wieder die Worte.
(DAS könnt ihr nämlich am allerbesten. Die Schwurbler in der ganzen Angelegenheit seid IHR.)
Akzeptiert, dass das Leben vergänglich ist, dass wir sterben.

Das könnt ihr nicht?

Genau – das könnt ihr nicht.

Warum, weiss ich nicht.

(Ich konnte es jedenfalls schon, bevor ich die Diagnose einer Krankheit erhielt, die zehn Jahre zuvor noch tödlich gewesen war.)

Um eine reale Bedrohung, um die Gesundheit der Bevölkerung ging es nie. Erschreckend, dass ein (immer noch) grosser Teil das nicht merkt. Bisweilen könnte man ab der Dummheit verzweifeln.
Vor der Verzweiflung retten einen dann Menschen, die den Widersinn ebenfalls erkannt haben und sich dazu auch äussern. Also nicht die Braven, Angepassten, dem Staat Hörigen, Heiligen. Sondern die, die über ein paar Funken Mut verfügen und diese versprühen lassen.

Ich danke euch. Hab‘ grad all’ eure Gesichter vor mir – ohne Maske, versteht sich.

Mit Namen nennen kann ich euch kaum; sonst kommt ihr mit mir zusammen auf eine schwarze Liste. Ich hab‘ in Bezug auf meinen Blog ja schon allerhand erlebt – mehr, als mir lieb war. Jetzt ist es ruhiger geworden, aber sicher bin ich mir trotzdem nie. Darum bleiben wir uns lieber anders verbunden: im Spirit.

Gesichtslose Menschen…

Keine Chance, 150 neue Schüler und Schülerinnen kennen zu lernen.

Ich gebe trotzdem mein Bestes und hoffe auf das kommende Schuljahr.

– – –

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