Binationale Ehen (2) und Rabat

Na ja, eigentlich hätt‘ ich den Text gerne früher veröffentlicht. Doch leider liessen wir eine Tüte mit meinem i-Pad und ein paar kleinen Fläschchen Kosmetiköl, die ich in Meknès gekauft hatte und verschenken wollte, in Casablanca stehen. Zum Glück wurde kurz zuvor ein Backup durchgeführt, sodass ich den Text in „Notizen“ auf dem neuen i-Pad, das ich mittlerweile habe, wieder gefunden habe. Das war immerhin eine kleine Genugtuung.

Also:

Wir sind noch einmal verreist – diesmal nach Rabat, wo wir zwei Nächte geblieben sind, wiederum in einem wunderschönen, typisch marokkanischen Riad mit einer Dachterrasse.

Das Riad, in dem wir in Meknès waren, hat ebenfalls eine; jeden Abend, also viermal, sassen wir dort oben, teilten eine Flasche marokkanischen Rotwein und genossen die 1001-Nacht-Stimmung, insbesondere an dem Abend, an dem der Mond aufging. Das war fast schon surreal.

Das Gleiche haben wir an beiden Abenden in Rabat auch wieder gemacht – sehr romantisch. 😍

Am Bahnhof „Casa Port“ hatten wir uns noch mit Proviant für die Reise eingedeckt; sogar meine geliebten „Harschas“ verkaufen sie bei der „Juice Oasis“. Die sind, warm gemacht, einfach köstlich; zwei von den sechs hatt‘ ich gleich auf der Zugfahrt gegessen.

In Rabat werden sie in den kleinen Garküchen auf den Gassen in der Medina frisch zubereitet – da bin ich so richtig auf meine Rechnung gekommen. 😊

Unser Hotelzimmer im „Val d‘Anfa“ hatten wir für die zwei Nächte, wie bereits für die vier Nächte in Meknès, Mustapha und den Kindern überlassen. Das ist für sie auch abwechslungsreich und interessant. Ausserdem geniessen die Kinder den Pool. 💦 💦 💦

Was ich wieder einmal – und vielleicht auch ein letztes Mal, da es irgendwann einfach klar sein sollte (und ja eigentlich sowieso klar sein sollte!) – sagen möchte, diesmal in Bezug auf die Aussagen zu binationalen Ehen im letzten Beitrag: Wenn ich Eigenschaften oder Verhaltensweisen von Menschen analysiere und kritisiere, meine ich genau diejenigen damit, die es eben betrifft. Niemanden sonst.

Viele sind es meistens nicht, viele sind es auch in dem Fall nicht – im Gegenteil. Aber ich führe ja absichtlich und bewusst keinen „Friede-Freude-Eierkuchen“-Blog. Davon gibt es mehr als genug. Sie sind ziemlich langweilig, ziemlich unehrlich und – daher – ziemlich unnütz.

Viele sind es, wie erwähnt, nicht. Aber es gibt sie: diejenigen, die meinen, sie wüssten ‘was über binationale Ehen, weil sie sich in irgendeiner Ausbildung ein bisschen ‘was angelernt haben. Das bisschen ‘was, was sie sich angelernt haben mögen, stimmt meist nicht einmal oder ist viel zu simpel, viel zu oberflächlich, viel zu theoretisch.

Oder diejenigen, die meinen, sie wüssten ‘was darüber, weil sie mit Bekannten geredet, Bücher gelesen, Filme geschaut oder – noch besser (!) – im Internet „geforscht“ hätten.
Tatsache ist: Sie wissen gar nix. Sie verfügen im besten Fall über Pseudo- oder Halbwissen und das bedeutet eben: gar nix.

Wer nicht höchstpersönlich die Offenheit und den Mut hatte, das Wagnis einzugehen, soll eben – und diesmal nicht mehr in der Teenager-Sprache, sondern ganz gehoben – schweigen. Immer und überall schweigen. Oder sich aufrichtig dafür interessieren und nachfragen. Das wäre das einzig Richtige, das einzig Souveräne.

Und nein, wenn eine Schweizerin einen Deutschen oder eine Österreicherin einen Schweizer heiratet, ist das keine binationale Ehe. Auch nicht, wenn eine Schweizerin einen in der Schweiz aufgewachsenen Türken heiratet. Und es gäbe noch weitere Fälle aufzuzählen, die auf den ersten Blick vielleicht binational erscheinen, es bei genauerem Betrachten jedoch nicht sind.

Mich interessieren in Bezug auf diese Thematik „nur“ die Erfahrungen und Meinungen derjenigen, die eine – echte – binationale Ehe eingegangen sind.
Über die anderen muss ich, falls sie zu denjenigen gehören, die einen belehren wollen, ein bisschen lachen, ein bisschen weinen und mich von ihnen distanzieren.

Womit dies auch zu tun hat und womit die meisten (ab und zu) konfrontiert werden: mit übergriffigen Menschen.
Sie bzw. ihre Übergriffigkeit zu erkennen, ist gar nicht so einfach. Sich dann auch noch gegen sie zu wehren, die Übergriffe nicht mehr zuzulassen und vielleicht sogar herauszufinden, warum man öfters als andere zur Angriffsfläche von übergriffigen Menschen wird, ist grad nochmals (viel) schwieriger.
Sie schaffen es ja auch oft, ihre Übergriffigkeiten (fast) perfekt zu tarnen und dem Gegenüber das Gefühl zu geben, mit ihm stimme etwas nicht. Dass sie damit eigene grosse Unzulänglichkeiten zu vertuschen versuchen, merken sie selbst oft nicht einmal mehr, geschweige denn merkt es – zu Beginn – das Gegenüber.

Mir ist das in Bezug auf die binationale Ehe passiert: einerseits von Schweizer Oberbünzlis, die emotional wie intellektuell auf dem Stadium eines Einzellers geblieben sind und dies – surprise, surprise – niemals merken werden; andererseits von Leuten, die zehn bis zwölf Jahre jünger als ich sind und sich massiv überschätzen. (Was diese Generation leider auszeichnet. (Dass sie sich überschätzen, meine ich. (Ausnahmen gibts wie immer.)))

Ihnen seien der letzte wie dieser Beitrag besonders gewidmet.

Und mir ist das in Bezug auf meinen Blog passiert – zwar nur mit zwei Personen (die sogar – surprise, surprise – miteinander verwandt sind), aber das reicht. Falls sie sich noch einmal bei mir melden sollten (weil sie – im einen Fall – etwas von mir wollen oder – im anderen Fall – mir Hobby- und Küchenpsychologie aufdrängen), werde ich ihnen nicht mehr – wie bisher – gutgläubig und gutmütig antworten, sondern ihnen ihre Übergriffigkeiten aufzeigen. Wenn sie es dann kapieren, gut so; wenn nicht, dann wars das ein- für allemal.

Was ich damit den Lesenden mitteilen möchte: Wehrt euch gegen Übergriffigkeiten.

Wobei, wie erwähnt: Man muss sie zuerst erkennen. Und man darf sie auf keinen Fall mit berechtigter Kritik verwechseln. Das sind zwei Paar Schuhe, die miteinander nichts, wirklich gar nichts zu tun haben.

So, irgendwie nicht nur Ferienthemen hier. Oder vielleicht doch: Manchmal braucht es die Entspannung in den Ferien, um über gewisse Themen schreiben bzw. sie einfach mal anschneiden zu können. Mehr ist das hier ja nicht – noch nicht.

Und so reine Ferien- oder Reiseberichte find‘ ich eh langweilig.

Darum: ganz gut so.

Wir haben den Nachmittag im „Miami Beach Club“ verbracht, wo es sechs Pools mit Meerwasser hat. Abgesehen davon kann man in einem abgegrenzten Bereich im Meer schwimmen und den an die Felsen tosenden Wellen zuschauen und zuhören.

Jad ist der fünfjährige Sohn von Salma, Mustaphas Nichte, und liebt es über alles, mit Taieb Zeit zu verbringen. Er ist auch mit uns und hat grad eine Pizza gegessen.
Es berührt mich, sie zusammen zu sehen.
Es tut mir weh, dass wir so weit weg wohnen. ❣️
Es macht mich glücklich, dass meine Kinder ihre grosse marokkanische Familie kennen.
Es macht mich auch ein bisschen stolz.
Ich finde es für Kinder aus binationalen Ehen extrem wichtig und extrem wertvoll.

Taieb und Naila wissen, dass sie wieder regelmässig nach Casablanca fliegen können – vielleicht bald auch mal alleine. Oder mit uns.
Auch ich möchte bald wieder hinfliegen.
Auch ich möchte wieder regelmässig hinfliegen.
Meine Familie ist – abgesehen von meinen Kindern und meiner Mutter – nicht in der Schweiz.
Meine Familie ist in Marokko. 💗

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