(M)ein Entscheid

Eigentlich schreibe ich meine Beiträge nie auf dem Handy – es ist zu klein dafür. Ich schreibe sie auf dem i-pad.

Jetzt mach‘ ich mal eine Ausnahme und schreibe – in einer Zwischenlektion – auf dem Handy. Das geht gut, weil der Beitrag sehr kurz wird: Ich möchte nämlich „nur“ das Preview von unserem neuen Projekt zeigen. Es handelt sich dabei um lediglich 15 Sekunden, in denen ich nicht singe. Das ganze Video wird dann ungefähr fünf Minuten dauern.

Wir wollten es am Wochenende fertigstellen, aber ich hatte seit Donnerstag Probleme mit der Stimme, sodass wir den ersten Refrain, den wir noch aufnehmen wollten, eben nicht aufnehmen konnten.
Beim Unterrichten werden Stimmprobleme auch nicht besser; insbesondere wenn interessante Diskussionen mit Klassen entstehen, obschon man sie, um eben die Stimme zu schonen, eigentlich hatte „ruhig beschäftigen“ wollen… 😉

Anyway, ich schaffte es jedenfalls nicht, meine Stimme zu schonen, und muss daher noch warten mit besagter Aufnahme. Aber es wird langsam besser mit der Stimme, worüber ich froh bin.

Es ist – wie bei so vielem… – anders als bei Menschen, die keine chronische Erkrankung haben: Es ist hartnäckiger und es dauert länger, bis man wieder fit ist. Tabletten, die bei anderen sofort wirken, wirken (viel) langsamer oder gar nicht. Daran hab‘ ich mich zwar gewöhnt und kann mittlerweile gut damit umgehen, aber einfach ist es nicht immer. Vor allem, weil viele das halt nicht wissen, nicht daran denken, sich nicht dafür interessieren… – wie auch immer.

So oder so freue ich mich darauf, dass wir bald damit fertig sein werden. Und ich freue mich auch schon auf das nächste Projekt, den nächsten Song: „Just when I needed you most“ von Randy Vanwarmer. Ich liebe den Song, ich spiele ihn oft auf dem Klavier.

Die Kunst sowie soziale Kontakte und Aktivitäten sind meine Wege, in stressigen Zeiten dafür zu sorgen, dass kein Krankheitsschub ausbricht. Das verstehen nicht alle, was unendlich wehtun kann.
Und ich nenne die Zeiten nur dann „stressig“, wenn es wirklich übel ist. (D. h., um Missverständnisse zu vermeiden: Es ist quantitativ übel – nicht qualitativ.)

Ich könnte jetzt alles aufzählen, was grad so ansteht, aber das mache ich nicht. Es soll auch kein „Lamento“ sein – überhaupt nicht. Ich muss „einfach“ meiner „Gesundheit“ oberste Priorität einräumen, weil, wenn ich das nicht tue, alles andere darunter leidet. Wer mich kennt oder wer meinen Blog von Anfang an mitverfolgt, weiss (mehr oder weniger), wovon ich spreche und was ich meine. Vieles liegt vier, fünf, sechs (oder noch mehr) Jahre zurück.

Vor zwei Jahren, und ich denke grad wieder vermehrt daran, hatten Stressfaktoren Überhand genommen und ich hatte zu wenig auf mich und für mich geschaut. Das Resultat war ein erneuter Ausbruch meiner Autoimmunerkrankung – mit Entzündungswerten, die das Messraster sprengten und demzufolge gar nicht mehr gemessen werden konnten. Das war ziemlich hart; härter, als man es sich vielleicht so vorstellt. Es ist ja irgendwie krass. Es verletzt auch, es hinterlässt eine Wunde oder zumindest eine Narbe.

Ich entschied damals für mich, es nie mehr zuzulassen, dass jemand oder etwas mich so belastet, dass ein Krankheitsschub ausbricht. Meinen Entscheid teilte ich zwei oder drei Ärzten/Ärztinnen mit, und wir überlegten gemeinsam, wie ich das erreichen könne. Und da standen dann halt die Kunst, soziale Kontakte und Aktivitäten sowie ein bisschen Fitness und Wellness an den obersten Stellen.

Daran denke ich jetzt wieder vermehrt, daran halte ich mich auch. Denn ich weiss, was sonst auf dem Spiel stehen würde. Und wer ebenfalls von einer chronischen Erkrankung betroffen ist oder im nahen Umfeld eine(n) Betroffene(n) hat, weiss es – vielleicht – ebenfalls.
In dem Sinn: ein Hoch auf unsere Leidenschaften, auf das, was uns gesund und lebendig hält.

Und bis bald mit dem ganzen Video. 🙂

 

 

 

 

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