Der eine Satz & das eine Geheimnis

Nicht nur daran, dass ich zu dünn war & die Knochen beim Schlüsselbein & an den Hüften (viel) zu sehr hervorstanden, sah man im Winter, dass ich krank war, sondern auch an einer langwierigen Augenentzündung. Sie dauerte nicht nur fast zwei Monate, sie führte auch zu geplatzten Adern, sodass mein linkes Auge nicht mehr weiss, sondern rot war. Normalerweise dauert so etwas eine Woche bis zwei Wochen; normalerweise ist nur ein klein(er)er Teil des Auges betroffen. Letzten Winter war das gesamte Auge betroffen; alles, was sonst weiss ist, war rot. Und eben – das blieb ungewöhnlich lange & gefährlich lange so.

Zur Augenärztin ging ich, weil eine andere Ärztin erschrocken reagiert hatte. Sie konnte kaum glauben, dass ich noch keinen Arzt aufgesucht hatte. So kam es dann zu einem Notfall-Termin bei einer Augenärztin in unserer Wohnstadt. (Ich habe darüber berichtet.)
Ein echter Notfalltermin – notabene. Kein psycho– „ich-brauche-wieder-mal-Aufmerksamkeit-und-Zuwendung“-Notfalltermin von Dauersimulierenden, die den Notfall pro Jahr so oft aufsuchen wie andere in ihrem ganzen Leben & die sich beharrlich & überheblich weigern, psychologische & psychiatrische Behandlungen zu beginnen, obschon unzählige Verhaltensweisen & Episoden verraten, wie dringend & unbedingt sie dies nötig hätten.

Ich hatte also einen richtig echten Notfalltermin, den ich, wenn ich von besagter Ärztin nicht dazu gedrängt worden wäre, nicht einmal vereinbart hätte. Zu „tough“ – ja, ich weiss schon. Das haben mir schon viele Menschen gesagt & das tut mir im Übrigen auch immer gut. Denn extra mache ich das ja nicht, dass ich öfters zu spät oder gar nicht in ärztliche Behandlung gehe & versuche, es alleine durchzustehen.
Nein, extra mache ich das nicht; es ist „einfach“ meine Art. Darum tut es mir gut, wenn andere das (wenigstens) erkennen & anerkennen. Und mich vielleicht auch mal dazu drängen, gegen meine Art zu handeln & mich eben in ärztliche Behandlung zu begeben. Was bei einer chronischen & schweren organischen Erkrankung ja selbstverständlich sein könnte…

Aber ja, man sah letzten Winter für einmal, dass ich krank war. Man sah es sogar deutlich & viele sprachen mich darauf an. Auf das Gewicht so etwa alle drei bis vier Tage, auf das Blut im linken Auge jeden Tag. Man hätte schon blind sein müssen, um nicht zu merken, dass es mir schlecht ging. Blind oder so total mit sich selbst bzw. mit einer hochgradig artifiziellen Blase beschäftigt, dass echte Krankheiten (eigentlich) gar keinen Platz haben (können oder dürfen).

Die Augenärztin stellte unter anderem fest, dass meine Sehkraft in die Weite (noch) 30% betrug – mit Kontaktlinsen wohlverstanden! Es tat mir weh, das so zu hören. Es tut mir jetzt noch ein bisschen weh, wenn ich daran denke. Immerhin ist es wieder besser geworden, wenn auch die Sehkraft in die Weite nie mehr (auch nur annähernd) 100% betragen wird.

Geplatzte Adern im Auge sind meist harmlos – für gesunde Menschen jedenfalls. Wenn man aber eine Krankheit hat, die zu den Vaskulitiden gehört bzw. Vaskulitiden verursachen kann, sind sie das eben nicht. Was eine Vaskulitis ist, erkläre ich hier nicht (noch einmal). Google hilft den Interessierten da gerne weiter…

Wenn ich schon dabei bin, könnte ich auch noch die Kollagenosen erwähnen. Auch dazu zählt die Krankheit, die ich habe. Und auch darüber gibt Google Interessierten gerne Auskunft. Und vielleicht wird ja auch ohne Google klar, dass die Sache, die in den drei Buchstaben „SLE“ zusammengefasst werden kann, äusserst komplex ist. In der medizinischen Literatur wird sie zum Teil als die komplexeste Krankheit überhaupt beschrieben.

Meist sieht man davon nichts, meist sieht man mir nichts an. Und ich lass‘ mir auch kaum ‘was anmerken. Im Gegenteil – ich führe ein sogar für gesunde Menschen sehr aktives, engagiertes, vielfältiges, abwechslungsreiches, intensives & authentisches Leben. Dafür bin ich in erster Linie überaus dankbar; darauf bin ich in zweiter Linie auch ein kleines bisschen „stolz“. Auch wenn Authentizität & Direktheit gewisse Leute triggern, zum Teil sogar furchtbar triggern. (siehe dazu auch den Beitrag „Getriggert“) Was natürlich ganz viel mit ihnen zu tun hat. Mit ihrer heuchlerischen & vor sich selbst (!) unfassbar verlogenen Blase, von der sie geprägt & in der sie gefangen sind. Wie viel sie dadurch vom Leben verpassen bzw. was so alles an ihnen vorbeizieht, merken sie wohl nicht einmal.

Na ja – ist an sich ja nicht das Problem der authentischen, direkten, offenen & ehrlichen Menschen. Diesen beschert das Leben in seinem sehr, sehr weiten Spektrum per se viel, viel mehr – quantitativ & qualitativ. Dazu könnte ich sooo viel schreiben, dass es gar nicht möglich ist. Nicht mal, wenn ich mich ein Jahr lang ausschliesslich dem Schreiben widmen könnte & würde – nicht einmal dann. Aber ich werde immer wieder etwas einfliessen lassen & einbauen, wenn es eben passt oder wenn ich es brauche. Es sind ja meine Texte, es ist mein Tagebuch.

Das eine grosse, besondere & einzigartige „Geheimnis“, das ich schon seit den 90er-Jahren in mir habe, zu dem stetig noch etwas (mehr) dazugekommen ist & das ich auf immer & ewig für mich behalten wollte, weil Loyalität für mich eine Einstellung, eine Haltung & eine Selbstverständlichkeit ist, abgesehen davon, dass sie ganz allgemein ein Zeichen von Grösse, Stärke & Reife ist, haben meine Kids im Frühjahr herausgefunden. Das war ein High- & Lowlight gleichzeitig; ich wusste echt nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Sie platzten im Auto beim Hören von Musik (was, man ahnt es vielleicht, kein Zufall war) damit heraus & ich musste an den Strassenrand fahren & für ein paar Minuten anhalten, um durchzuatmen & mich zu fassen. Ich versuchte zwar noch, es kurzfristig zu leugnen, aber meine Kids sind meine Kids: Sie kennen mich & ihnen etwas vorzumachen, bringt nix. Also wissen sie es jetzt.

Sorgen mach‘ ich mir deswegen keine: Solange sie Teenager sind, finden sie das so peinlich, dass sie eh den Mund halten; später werden sie wohl die Besonderheit & die Einzigartigkeit darin immer mehr begreifen können & gleichzeitig die Reife, die Stärke & die Grösse für die erforderliche Loyalität entwickelt haben. Vorgelebt habe ich sie ihnen ja. Und alles andere, was es dazu braucht, haben sie ebenfalls mit auf den Weg bekommen. Das ist (sehr) viel. Und sie haben das alles.

Zum Stichwort „artifiziell“ habe ich mich seit letztem Dezember ein paarmal geäussert. Beim ersten Mal schrieb ich noch, es gebe noch eine (eben artifizielle) Steigerung von Aggravieren (Übertreiben) & Simulieren (Vortäuschen) von Krankheit(en) oder Verletzung(en). Zu erwähnen, worin sie besteht, hatte ich damals keine Energie. Denn sie besteht, es ist ja irgendwie logisch, im absichtlichen Ruinieren des (eigenen) Körpers oder im absichtlichen Zufügen von Verletzungen. Jetzt habe ich die Energie, den kranken Scheiss zu benennen. Und ja – kranker Scheiss ist nicht einmal der Vorname für solches Verhalten, wenn es einzig & allein darauf beruht, Aufmerksamkeit zu bekommen, Zuwendung zu heischen & wahrgenommen zu werden. Nach tausendmal simulieren & aggravieren, versteht sich.

Es geht hier nicht um diejenigen, die sich selbst verletzen, weil sie sich wirklich nur so spüren & wirklich nur so Stressabbau & Entspannung herbeiführen können. Das ist zwar auch alarmierend & bedarf psychologischer oder psychiatrischer Behandlung. Aber es ist immerhin noch „ehrlich“. Und ich kann dafür ein gewisses Verständnis aufbringen. Wer es hingegen tut, weil es auf Instagram halt grad voll „in Mode“ ist & weil sie es nur so schaffen, sich besonders vorzukommen & aufzufallen, ist doppelt gestört.
Artifizielle Persönlichkeitsstörung, um es etwas gewählter auszudrücken. Und dahinter steckt (sehr) vieles, was (komplett) schiefgelaufen ist. Das ist die unangenehme Wahrheit – ja. Sorry, dass ich hier nicht kuschle. Aber ich weiss, wozu Kuscheln führt. 🤮

Massiv manipulativ.

Es gibt noch eine bis zwei Steigerung(en) davon; eine davon ist die Entfernung von gesunden Körperteilen, der „Wunsch“ danach oder das Spielen mit diesem „Wunsch“.
Körperidentitäts/-integritätsstörung, um es noch einmal fachlich korrekt auszudrücken. Die sind dann kaum noch zu toppen – negativ zu toppen, meine ich. Und ebenfalls in vielen Fällen massiv manipulativ.
Und nein, das brachte nicht ich so auf den Punkt, weil ich mit solchen Verhaltensweisen konfrontiert worden war; das war ein Kollege, mit dem ich mich darüber unterhielt & der sich vom Fach her damit sehr gut auskennt.

Solange das Umfeld die ganze Zeit auf die Manipulationen reinfällt 🙈, sie sogar noch mitträgt 🙈🙈 & alles verdreht, wird es immer noch schlimmer & der Haufen an grossen Problemen, den sie ihr Leben lang unter den Tisch gewischt oder unter den Teppich gekehrt haben, immer riesiger. Verdreht wird beispielsweise, indem sie denjenigen, die ihnen die unangenehmen Wahrheiten direkt & ehrlich vor Augen führen (weil nur dadurch (!) Veränderungen in die richtige Richtung (!) stattfinden könnten…), genau das, was sie entweder selbst sind und / oder ihr Umfeld  oder die von ihnen immer & überall protegierte Person ist, vorwerfen. Äusserst billig & äusserst unfair.

Und wie ist das jetzt wohl für eine Person, die seit 13 1/2 Jahren alles daran setzt, dass von einer sehr realen & öfters durchaus bedrohlichen Krankheit so gut wie niemand etwas mitbekommt…?!?
Die froh ist, dass sie gewisse lebenswichtige Organe überhaupt noch hat…?!?

(So von wegen sich gesunde Körperteile entfernen zu lassen…
So von wegen sich selbst zu verletzen…
So von wegen dauernd zu simulieren & dauernd zu aggravieren…)

😨 😱 😨

Ja – die sogar sehr froh ist, dass sie sie noch hat.
Die dankbar ist, dass diese Organe noch Teil von ihr sind.
Noch arbeiten.
Wieder einigermassen funktionieren.
Die sich für immer an den Satz der Ärztin erinnern wird: „Wenn Sie so weitermachen, steht Ihnen bald eine grosse Operation ins Haus.“
(Irgendwo im Blog schrieb ich darüber…)
2016 war das.
Ende Januar oder im Februar 2016.
Die grosse Operation hätte eben die Entfernung und / oder die Transplantation von Organen bedeutet.
Dass es dann ganz knapp & haarscharf nicht dazu kam, habe ich eben dieser Ärztin sowie ein paar weiteren Ärzten & Ärztinnen zu verdanken. Und meiner eigenen Kraft.

Mehr dazu vielleicht ein anderes Mal wieder.

Ich muss es dosiert angehen; es geht mir immer noch nahe.

Darum jetzt ein „Cut“.

Am Mittwoch nächster Woche habe ich wieder eine Gesangsstunde. Ein paar Tage später nehme ich „Sloop John B“ auf. Danach machen wir ein Video dazu. Wenn es rund läuft, wird das Projekt zu Beginn der Sommerferien fertig. 🤩

Sansibar ist gebucht.
Drei Wochen.
An der Ostküste.
Ich freue mich sehr, sehr, sehr.

Und die Malediven-Reise im Februar 23 ist ebenfalls gebucht.

Wir mussten uns den Jahreszeiten bzw. dem Monsunregen anpassen. 😁
So passt das jetzt gut.
Und ich bin sooo dankbar.

☀️

 

 

 

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