Hakuna Matata

Wir haben es geschafft: Gestern Morgen landeten wir auf der Insel Sansibar. Sie gehört, wie bereits erwähnt, zu Tansania. Und man betont nicht die dritte Silbe, also nicht Tansania, sondern die zweite Silbe, also Tansania. Das weiss ich seit ungefähr zehn Jahren, da ein damaliger Arbeitskollege von mir den Kilimanjaro, den Kili, wie er ihn liebevoll nannte, bestieg & dies – nebst viel anderem natürlich – erzählte. (Und ja genau, er ist auch Germanist.) 🤓

Sansibar hat eine bewegte & interessante Geschichte. Zuerst, das heisst im 8. & 9. Jahrhundert islamisch (Swahilikultur), ab dem 17. Jahrhundert das Eindringen der Portugiesen, ab dem 19. Jahrhundert arabisch, gegen Ende desselben Jahrhunderts bis zur Mitte des Ersten Weltkriegs deutsch, ab 1916 britisch & anfangs der 1960er-Jahre dann die Unabhängigkeit. Die vielfältigen Einflüsse machen die Insel sowie das Festland Tansania besonders abwechslungsreich & eben interessant. Mehr schreibe ich nicht über die Geschichte; wer sich dafür interessiert, kann das ja an x anderen Orten nachlesen.

Ich finde Blogs, die hauptsächlich wiedergeben, was eben an x anderen Orten auch schon steht, langweilig & irgendwie überflüssig. Darum führe ich einen ganz anderen Blog: einen brutal ehrlichen auch. Wer mich dafür verurteilt, ohne je ein einziges Wort mit mir gewechselt oder mich auch nur gesehen zu haben, ist ein Arschloch. Oder ein Charakterschwein. Oder „einfach“ ein armseliger Feigling. Liebe Grüsse an A. W. & Co.

Und nein, ich denke in den Ferien, ausser wenn ich schreibe & im Flow bin, nie an ihn & seine traurige Konsorte. Ich denke auch sonst nie an ihn. Genau darum & dafür hab‘ ich den Blog: um Verletzungen loszuwerden, damit sie mich sonst nicht beschäftigen. Genau darum & dafür. Ich hoffe, die meisten haben das verstanden.

Als wir hier ankamen, regnete es. Und es regnet auch jetzt wieder. Trotzdem sitze ich draussen auf der Terrasse unserer beiden Zimmer. Sie ist gedeckt & es ist warm. Zwischendurch spritzen wir ein bisschen Mückenspray um uns herum & fühlen uns dann sicherer. 😉 (siehe Sommerflash 5 – Malaria) Unsere Nachbarn sind Italiener & passen gut zu uns. 😄

Da wir in der Nacht von Montag auf Dienstag kaum geschlafen hatten, waren wir gestern sehr müde & gingen vor 16 Uhr schlafen. Das tat extrem gut: Die Welt war heute Morgen eine andere, das Leben war ein anderes. Schlaf macht so viel aus… – manchmal fast schon verrückt.

Der Flughafen liegt an der Westküste, Kiwengwa, wo wir wohnen, an der Ostküste. Ausserdem nördlicher, sodass wir mit einem Taxi etwa eine Dreiviertelstunde nordöstlich fuhren, bis wir unsere Zimmer beziehen konnten. Der Taxifahrer ist nicht nur Taxifahrer, sondern auch Lehrer & weiss viel über sein Land. Ich wollte ihn nicht enttäuschen & gab mir trotz grosser Müdigkeit Mühe, ein paar Fragen zu stellen.

Unser Hotel ist ein eher einfacheres, das heisst so drei oder dreieinhalb Sterne. Ich möchte in einem ärmeren Land nicht in einem Luxushotel wohnen; das würde für mich nicht stimmen. Ich könnte das nicht; es kostete mich aus dem Grund schon eine gewisse Überwindung, überhaupt hierhin zu reisen. Aber so stimmt es jetzt & wir haben alles, was wir brauchen. Ausserdem ist die Lage wunderschön: in einem Garten mit Bougainvilleas, meinen Lieblingsblumen, zwei Minuten vom langen & bekannten Kiwenga-Strand entfernt. Wenn wir & die Italiener ruhig sind 🤪, hören wir das Rauschen des Indischen Ozeans.

Das Frühstück können wir auf einer Terrasse direkt am Meer geniessen. Und es wird sehr liebevoll zubereitet. Es gibt eine Auswahl von sieben Frühstücken; mal sehen, ob wir es schaffen, alle zu probieren, oder ob wir immer wieder dem gleichen verfallen. Na ja, in drei Wochen sollte ersteres eigentlich möglich sein. 😀

Nach dem Frühstück waren wir einkaufen. Wir wollten nicht alles Mögliche & Unmögliche einpacken & mitschleppen, sondern schauen, was wir wirklich brauchen, und das dann hier kaufen. Diese Idee hat sich bewährt: Unsere Koffer waren leichter & die Einheimischen haben etwas verdient. Win – win.

Am Nachmittag fuhren wir mit zwei Einheimischen auf einem Holzkutter aufs Meer hinaus. Das Teil ist echt schmal, hat aber auf beiden Seiten Holzbalken, um das Gleichgewicht (durch die Breite) zu verstärken. Auch hat es ein Segel aus altem Segeltuch. Zuerst war ich etwas ängstlich, aber nach dem dritten „Hakuna Matata“ von Sabiti (ja, ist witzig; wer mich persönlich kennt, kann sich vorstellen, warum…) konnte ich mich auch entspannen & den friedlichen Ausflug voll geniessen.

Als wir beim Riff waren, gingen wir schnorcheln. Wir sahen Fische in verschiedenen Farben & Seesterne. Von letzteren hatte es vor allem beim zweiten Schnorchelplatz, wo wir anhielten, unzählige. Sabiti & sein Kollege nahmen sie heraus, legten sie auf den Kopf & erklärten uns, wo Mund & Nase sind. Ich fühlte mich an „Seasons in the Sun“ erinnert & fing an zu singen: „We had joy, we had fun, we had seasons in the sun. But the stars we could reach were just starfish on the beach.“ Die Kids fanden es peinlich, Sabiti & sein Kollege fanden es schön. 😅

Schade nur, dass wir kein Handy dabei hatten. Ein paar Videos, um zu „Sloop John B.“ noch ein Ferienvideo zu machen, wären natürlich seeehr passend zum Song gewesen. Auch wenns nicht um Nassau herum ist… Aber was solls, wir machen diesen Ausflug bestimmt noch einmal; es ist ja quasi vor unserer Haustür. Dann werde ich das Handy zum Filmen mitnehmen.

So, die Italiener sind schlafen gegangen. Darum sag‘ ich jetzt auch: Buona Notte! ⭐️

Wer Lust hat, kann auf dem ersten Foto unten das Chamäleon suchen! 😁

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