Aquaman

Nicht nur der Serengeti-Wein schmeckt gut; den Dodoma-Wein mag ich sogar noch lieber. Dodoma ist übrigens die Hauptstadt von Tansania. Bis 1974 war es Dar es Salaam, das immer noch die grösste Stadt Tansanias sowie wirtschaftliches & kulturelles Zentrum ist.

Wie schon einmal geschrieben, trinken wir meistens am Mittag je ein Glas Weisswein & am Abend je ein Glas Rotwein. Wobei ich jeweils nicht mal ganz alles trinke, weil ich etwas aufpassen möchte. Obschon ich das mit meiner Ärztin & den Fachärzten besprochen habe & es kein Problem darstellt. Durch Autoimmunerkrankungen bedingte Entzündungen des Herzens sowie weiterer Organe haben nichts mit dem, was man isst oder trinkt, zu tun. Auch wenn das Scharlatane & esoterische Besserwisser natürlich gerne so verkaufen – im wahrsten Sinn des Worts: verkaufen. Denn Geld macht man mit kruden & unwissenschaftlichen Theorien jede Menge. Und wie ein Arzt oder eine Ärztin vorkommen kann man sich dabei auch grad noch… Auch wenn man dieses Studium nie geschafft hätte…

Na ja, eigentlich wollte ich ja „nur“ schreiben, dass ich trotzdem ein bisschen aufpasse. Obschon ich auch sonst so gut wie nie übertreibe. Ich brauche keinen Alkohol, um gesellig & locker zu sein; ich brauche keinen Alkohol, um mit anderen ins Gespräch zu kommen; ich brauche keinen Alkohol, um es mit anderen lustig zu haben & lachen zu können. Kein Glas, keinen Tropfen. Und ich finde es sehr bedenklich, wenn man Alkohol braucht, um das alles zu können. Da stecken so viele & so grosse Probleme dahinter, dass einem davon übler wird als von zu viel Alkohol. Blasenwelten…

Ach ja – ich habe mich entschieden, meine Blogbeiträge nach den Ferien in zwei Arten von Beiträgen zu teilen: nämlich in die „ganz normalen“ Berichte aus meinem aktiven, engagierten, intensiven & leidenschaftlichen Leben mit einer (schweren) organischen Erkrankung & in Insights einer starken Frau für andere starke Frauen. Auch für starke Männer – ich bin ja keine Feministin. „Frau“ oder „starke Frau“ schreib‘ ich halt einfach viel öfter, weil ich selbst betroffen bin. Aber es soll die Männer nicht ausschliessen – im Gegenteil. Ich bewundere starke Männer genauso wie starke Frauen.

Anyway – ich bekomme immer mal wieder eine persönliche Zuschrift, wo es eben um das Thema Starksein geht. Und ich habe dazu grad sehr viel zu sagen. Da ich es aber nicht in jeden Beitrag einfliessen lassen möchte, ist mir eben die Idee gekommen, die beiden Arten von Beiträgen zu schreiben & die Unterscheidung in den Titeln klar zu kommunizieren. Schwache & feige Männer mögen mein „Marketing für starke Frauen“, wie ich mir einmal anhören musste, natürlich gar nicht. (Könnt‘ ich ja dann als Titel nehmen: „Marketing für starke Frauen“ 1, 2, 3, 4, 5, 6 etc.)

Was solls… Die Zuschriften, die ich immer mal wieder bekomme & die das Gegenteil davon ausdrücken, mein Selbstbewusstsein sowie meine grosse Erfahrung & mein grosses Wissen im psychologischen Bereich machen diese Aussage für mich zu dem, was sie ist: fies, mies, feige & schwach. Und darum eigentlich nur lachhaft.

Die Mutter ist die erste Frau im Leben eines Mannes. Wenn diese eine manipulative & unehrliche Drama-Queen ist & überdies in grosser selbstbezogener „Liebe“ (Fachbegriff für verwöhnendes & verhätschelndes Verhalten) dafür sorgt, dass ihr Sohn oder ihre Söhne sich nie von ihr abnabelt/ abnabeln & ablöst/ablösen, sondern diese(n) ganz hässlich an sich bindet, hat es eine offene, ehrliche, aufrichtige & authentische Frau später sehr, sehr schwer. So schwer, dass es so gut wie unmöglich ist, wenn auf der anderen Seite keine verinnerlichte, wahrhaftige & nachhaltige Einsicht besteht. Solche Männer können mit wahrer Liebe nicht umgehen, sind damit (komplett) überfordert & verdrehen dann alles. Dafür haben es Täubeli-Trötzli-Töchter extrem einfach: ein konsequentes Nein hören sie nie, bekommen sie nie zu spüren, wird nie durchgezogen, weil das ja nie, nie, nie auszuhalten wäre – uuuuuuiiiiii…!!!

Denkbar schlechteste Vorbereitung aufs Leben & auf jeder Ebene völlig falsch.
(Darum dann die Flucht in diese Blasen…)

Buchempfehlung: „Nein aus Liebe“ von Jesper Juul

Wahre Liebe eben…

Nun gut: mehr darüber nach den Ferien in Beiträgen, mit denen ich starke Frauen auch auf typische Hintergründe, Zusammenhänge, Charakterzüge & Verhaltensmuster von denjenigen, die ihre eigenen (grossen) Probleme auf starke Frauen projizieren, aufmerksam machen & sie „warnen“ möchte. Und ja, ich arbeite grad an einem grösseren Projekt aus den psychologischen & soziologischen Fachbereichen mit – daher ist mein Interesse grad bewonders geschärft. Mehr darüber nach den Ferien.

Wir geniessen hier also Wein aus Tansania & Südafrika. Auch essen wir viel & einer der Kellner, mit dem wir es oft lustig haben, weiss bereits, dass ich gerne Olivenöl dazu nehme. Mein Ziel (nach dem heftigsten & vielleicht ja auch letzten heftigen Krankheitsschub) ein bisschen zuzunehmen sollte ich erreichen. Dann bin ich immer noch (sehr) schlank, aber nicht mehr dünn. Also nicht mehr so dünn wie im Winter, als ein Blinder wahrgenommen hätte, dass ich sehr ernsthaft krank war.

Im Allgemeinen mag ich Früchte nicht so, aber hier schmecken die frischen Früchte ausgezeichnet. Auch Avocadosalat, den es in den meisten Strand-Restaurants gibt & den sie für meinen Geschmack in der Beach Lounge am Kiwenga Beach am besten zubereiten, mag ich sehr. Und Pilawreis mit Bohnen & Gemüse werde ich zu Hause auf jeden Fall nachkochen.

Gestern machten wir einen Ausflug auf eine Gewürzfarm im Inneren der Insel & weiter an die Westküste nach Stone Town, dem alten Teil der Hauptstadt von Sansibar. Auf der „spice farm“ sahen wir Ananas, Bananen, Ingwer, Kaffee, Kardamom, Kokosnüsse, Kurkuma, Litschi, Muskat, Nelken, Pfeffer, Vanille & Zimt. An jedem Gewürz konnten wir riechen, zu jedem der Gewürze erhielten wir zu kulinarischer, kosmetischer oder medizinischer Verwendung interessante Erklärungen von Aisha, Saids Schwester.

Said ist unser Gastgeber; er ist 30. Das Hotel mietet er, seit er aus Italien zurück ist. Bevor er nach Italien ging, war er zehn Jahre als Tourist Guide auf Sansibar tätig gewesen. Seine Frau ist eine hübsche & grazile Italienerin. Ich wünsche mir für die beiden, dass die binationale Ehe hält. Dass sie es schaffen.

Stone Town hat meine (hohen) Erwartungen erfüllt. Ich liebe Städte mit vielfältigen kulturellen Einflüssen & stellte mir die Stadt, nachdem ich zu Hause schon ein bisschen darüber gelesen hatte, so vor, wie sie ist: bunt, farbig, hell, lebendig & gefüllt mit Geschichte(n). Wir schauten uns natürlich Freddie Mercurys Geburtshaus an. Darüber wollte ich zu Hause schon mal schreiben, vergass es aber immer wieder oder es passte grad nicht. Dass er auf Sansibar (als Farrokh Bulsara) (1946) geboren wurde, weiss ich seit einem Vortrag eines Berufsmaturität-Schülers einer meiner liebsten Klassen 2020/2021. 😀

Wie auch immer: Ich war natürlich gespannt auf sein Geburtshaus & freue mich, dass ich es gestern sehen durfte. Danach schauten wir vom Forodhani-Garten aus dem geschäftigen Treiben am Hafen zu, sahen uns das (sich in Restauration befindende) „House of Wonders“ (ehemaliger Palast des Sultans von Oman) von aussen an, besichtigten die nach der Vertreibung der Portugiesen 1699 errichtete arabische Festung mit dem in den 1990er-Jahren angefügten Amphitheater, spazierten weiter zur katholischen (französischen) St. Josef Kathedrale, dann durch arabische Souks zur anglikanischen Christ Church Kathedrale, neben der ein Minarett einer Moschee in den Himmel ragt. Dort sahen wir auch die unterirdischen Steinkammern, wo Sklaven angekettet & gehalten wurden, sowie die Plätze, auf denen sie zur Schau gestellt & verkauft wurden. Grauenvoll…

Zum Schluss gingen wir noch zum Darajani Markt. Er erinnerte mich an Marokko. Hauptsächlich ist er ein Lebensmittelmarkt mit Fisch, Fleisch, Gemüse, Früchten & Gewürzen, aber man findet dort auch allerlei Haushalt- & elektronische Geräte.

Fotos von Stone Town werde ich in einem separaten Beitrag hochladen. Es ist hier eine echte Geduldsprobe mit dem Internet… – und Geduld ist definitiv nicht meine Stärke. „Ja, Mama, das ist halt Afrika…“, sagt meine Tochter jeweils.

In Zeiten des sofortigen immer & überall Eingeschnappt- & Beleidigtseins, in denen jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden muss & dennoch diskriminierend ist, weil die zartbesaiteten Schneeflocken-Generationen gar, gar, gar nichts (mehr) ertragen, darf man so etwas eigentlich ja nicht (mehr) schreiben. Aber ich schreibe es trotzdem. Auch, weil meine Tochter es vollkommen geduldig & verständnisvoll meint & ja selbst zur Hälfte Nordafrikanerin ist. (Oder ist das „Nord-“ etwa auch schon wieder rassistisch?!?)

Als wir in Stone Town abfuhren, war es bereits dunkel; um ca. 20.45 Uhr waren wir zurück im Hotel. Gerne wären wir noch tanzen gegangen, aber wir waren zu müde. So hoffen wir jetzt, dass wir am Samstag (wieder) fit dafür sind. Sicher bin ich mir da allerdings noch nicht, da wir noch weitere Ausflüge unternehmen wollen. We‘ll see…

Derzeit üben die Kids sich im Kite-Surfen. Am Dienstagnachmittag drei Stunden Unterricht, heute Nachmittag wieder drei Stunden Unterricht. Es sieht viel leichter aus, als es ist. Aber die beiden sind ja zum Glück sportlich. Der Instruktor ist aus Flensburg im Norden von Schleswig-Holstein; sie nennen ihn Aquaman. 😀 Der österreichische Kollege von Aquaman meinte zu mir: „Die sind beide top.“

Der Name passt nicht nur wegen seines Jobs, sondern auch wegen seiner hellen blaugrünen Augen. „Irgendwann erzähl‘ ich dir mal all‘ meine Ferien- & Reiseabenteuer“, sagte ich zu meiner Tochter, die ja auch schon einiges herausgefunden hat. Angefangen bei Michi aus Kärnten, dem Animator am Attersee, als ich 14 war, bis zum Vater meiner Kinder in Hammamet, Tunesien, als ich 31 war. Das gäbe (fast) nochmals einen Blog für sich. 😅

 

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