Ferienlektüre, Bush Babies & die Gezeiten

„I like it that you laugh a lot, I like it that you laugh so much, I like it how you all laugh together“, sagte einer der Angestellten an der Strandbar unseres Hotels zu mir. Seine Kollegen stimmten ihm zu & die Gäste, die an der Strandbar waren, pflichteten ihm ebenfalls bei. Das war ein so wunderschöner Moment, dass ich ihn für immer in meinem ❤️ behalten werde.

An der Schule, in unserem Wohnquartier wie an etlichen weiteren Orten sind die Kids für das viele Reden, das viele Lachen & die sozialen Kontakte bekannt, wie ich ja auch einmal einen Blogbeitrag nannte. Das höre ich immer wieder von anderen. Auch in Bezug auf mich selbst haben das schon viele gesagt. In „Back-to-the-roots-of-the-blog 3 von Dezember 21 schrieb ich kurz darüber. Ich könnte noch viele weitere Beispiele bringen…

Dass das so ist, ist alles andere als selbstverständlich. Für gesunde Eltern nicht, für eine(n) von einer (schweren) chronischen Erkrankung Betroffene(n) schon gar nicht. Oh nein…!

Ich bin nicht stolz darauf; ich brauche keine Anerkennung, keine Zustimmung & kein Lob dafür. Aber wenn ich Verständnis haben & Rücksicht nehmen sollte, weil Eltern ganz vieles, was sie hätten tun sollen & tun sollten, unterlassen haben & unterlassen, und stattdessen ganz vieles, was sie hätten vermeiden sollen & vermeiden sollten, getan haben & tun, dann reisst auch bei mir die Hutschnur. Dann hab‘ ich genug, dann fange ich an zu kämpfen, mich zu positionieren & mich zu wehren.

Was eine starke Frau in den Augen schwacher & feiger Männer per se nicht dürfte… Da haben nur schwache & kuschende oder manipulative & toxische Frauen Platz. Letztere nehmen gar so viel Raum ein, dass es für offene, ehrliche, authentische & starke Frauen mittel- & langfristig eh keinen Raum hat. Und um das nicht zuzugeben, wird alles verdreht – einfach zu durchschauendes & gleichzeitig mieses & hässliches Spiel.

Na ja, dahingehend ist einiges, was ich seit anfangs Dezember 21 ab „Back-to the-roots-of-the-blog 1“ geschrieben habe, zu deuten. Und wie vorgestern erwähnt, werde ich nach den Ferien anfangen, meine Beiträge zu unterteilen: In den einen werde ich diese Themen weiter & expliziter ausführen; in den anderen werde ich über ganz viel anderes, was mich interessiert & was ich mache, berichten. Ich denke, dass diese Unterteilung ein guter Weg, eine gute Lösung ist.

Wenn Depressionen & Alkoholsucht als Ausreden & Ausflüchte für vieles, was schiefgelaufen ist, hinhalten sollen & im Gegensatz (!) zu Systemischem Lupus Erythematodes als echte (!) Probleme dargestellt werden, dann schreit das alles so zum Himmel, dass der Wolf in mir geweckt wird & der Schmetterling davonfliegt. Dass ich nicht nur für mich selbst, sondern auch für alle anderen, die mit einer (schweren) organischen Erkrankung ihre Aufgaben als Mutter oder Vater wahr- & ernst genommen haben, die trotz einer (schweren) organischen Erkrankung ihren Kindern das, was sie brauchen, gegeben, sich auf sie eingelassen & sich mit ihnen aus-ein-ander-gesetzt haben, einstehen möchte. Dass ich mich auf den Ursprung des Blogs zurückbesinne & jetzt halt loswerde, was es loszuwerden gibt.

Hier in den Ferien geniesse ich es auch, Zeit zum Lesen zu haben. Das ist in den vergangenen Monaten auch zu kurz gekommen & es bedeutet ein Stückchen Glück für mich, dass ich hier in den Ferien jeden Tag ein bisschen lesen kann. Vorgestern gab ich ja auch eine Buchempfehlung ab; gestern las ich dann zufälligerweise einen absolut genialen Text von Jesper Juul. Vielleicht such‘ ich ihn mal online & verlinke ihn im Blog. Hier vorerst mal „nur“ folgende drei Zitate daraus:

* „Die wenigsten halten dem Tempo auf dem Arbeitsmarkt ohne ernsthafte Konsequenzen für die Gesundheit & die Lebensqualität stand. Es fehlt ihnen ein innerer Kompass.“

-> Am traurigsten sind diejenigen, die am Abend bis 22 oder 23 Uhr arbeiten, die ganze Zeit am Notebook sitzen – ständiges Sitzen ist nach Rauchen eines der grössten Gesundheitsrisiken -, sich dann noch zehn Minuten Facebook gönnen & sogar am Wochenende & in den Ferien an der Arbeit kleben bleiben.
Furchtbar…
Tragisch…
Und nein, es sind nicht diejenigen mit den anspruchs- & verantwortungsvollsten Berufen – eben genau nicht. Es sind diejenigen, die von höchst ungesunden Mustern tief geprägt & darin tief verstrickt & gefangen sind.

* „Das Problem ist, dass Kinder keine wesentliche Weisheit, keine Lebenskompetenz & kein Selbstgefühl aufbauen, wenn sie kein qualifiziertes, empathisches Zusammenspiel & keinen Widerstand von Eltern, Grosseltern & Lehrpersonen erfahren.“

-> Der Begriff Widerstand triggert diejenigen, die ihn ihrem verwöhnten, verhätschelten, immer & überall geschonten & protegierten Prinzesschen oder Prinzchen nie gegeben haben & nie geben (werden), ganz fest.
Die „hintenherum“ sofort ein neues Handy bezahlen, wenn Trötzli-Tochter ein bisschen täubelt, weil die Marke nicht mehr stimmt. (Nicht, weil das „alte“ Handy kaputt wäre…, versteht sich.) Und vor allem: obschon Trötzli-Tochter, anstatt zu täubeln, arbeiten gehen & das Geld für das neue Handy selber verdienen könnte…! Ab einem gewissen Alter wäre das ja überfällig. 🙈 🙈 🙈

* „Der Grund dafür, dass sie diese lebensnotwendigen Nährstoffe [s. o., z. B. den Widerstand] nicht bekommen, besteht darin, dass die Erwachsenen in ihrem Umfeld oft selbst äusserlich gesteuerte „Pleaser“, angepasste Leisetreter & Karrieristen sind, die wichtige Konflikte & ernste Gefühle umgehen & vermeiden.“

-> Genial ausgedrückt. Und so wahr. Leider…

Zu Elternhäusern, in denen keine Konflikte stattfinden, weil sie unterdrückt werden, werde ich noch vieles zu schreiben haben. Denn was sie damit produzieren, ist verheerend; die Folgen davon sind verheerend. Und man müsste sich psychologisch nicht einmal allzu gut auskennen, um das zu erkennen.

Übrigens ist die Korrelation zwischen konfliktunfähigen Elternhäusern und Abhängigkeiten & Süchten x-fach & unbestritten belegt. Der künstliche Dauerfrieden & die künstliche Dauerharmonie, die ganz viele Defizite aufzeigen, werden teuer bezahlt. Und stellen in sich ebenfalls eine Abhängigkeit dar. Denn sie machen abhängig – sehr sogar. Und sie sind nie echt. Nie. Auch dazu gibt es viel spannende Literatur…

Ich lese nicht nur die „Fritz&Fränzi“-Magazine der Monate Mai, Juni & Juli, sondern auch viel über Sansibar & Tansania. Einiges hab‘ ich in den letzten Beiträgen ja auch genannt. Gelesen hab‘ ich aber noch viel mehr. Doch wie schon einmal erwähnt: in einem Blog vor allem Fakten wiederzugeben, die an x anderen Orten bereits stehen, finde ich langweilig & überflüssig. Darum beschränke ich mich hier auch in Bezug auf Sansibar auf das Wichtigste. Aber gelesen hab‘ ich viel mehr. 🤓

Zum Beispiel über die Grossen Eidechsen / Krokodilechsen, die uns jeweils auf dem Weg von unseren Zimmern zur Terrasse, wo es Frühstück gibt, begrüssen. Oder über die „Bush Babies“ genannten Galagos. Sie gehören zur Gruppe der Feuchtnasenaffen, leben vorwiegend auf Bäumen & sind (eher) klein & nachtaktiv. Wenn wir am Abend jeweils noch auf der Terrasse, die zu unseren Zimmern gehört, sitzen, hören wir sie. Sie können richtig laut werden; es hört sich ein bisschen an wie ein Knäuel streitender Katzen & ein Schwarm streitender Vögel gleichzeitig. 😅

Gestern Abend bekamen wir eines, das grad einen Palmenstamm hinunterkletterte, zu Gesicht. Das war sehr schön. Sein kleines Gesicht mit den grossen Augen, die im Dunkeln leuchteten, berührte mich. Said füttert sie manchmal mit Bananen. Dann kommen natürlich mehrere & wir können sie beim Fressen beobachten.

Von den Bougainvilleas, dem gelben & dem roten Hibiskus hab‘ ich schon geschrieben. Ebenfalls sehr schön sind die Oleander & die Plumeria. Letztere kenne ich von meinen drei Reisen auf die hawaiianischen Inseln her. Ich liebe all‘ diese Blumen. Ihre Farben sind wunderschön. 🌺

Gestern machten wir nochmals den gleichen Ausflug wie am Montag: nämlich in Richtung Norden bis zum Strand von Muyuni, von dort aus mit einem kleinen, einfachen Motorboot auf den Indischen Ozean hinaus & später vor das Mnemba Atoll. Das heisst, „gleich“ war es natürlich nicht; das ist es ja nie. Wir waren ja mit anderen Leuten unterwegs, das Wetter & die Stimmung waren anders & das Boot fuhr eine (etwas) andere Route um Mnemba herum.

Delfine sahen wir dieses Mal keine, was unser Glück über die vielen, die wir am Montag sahen, grad noch grösser macht. Dafür sahen wir beim Schnorcheln an zwei Orten (im Meer draussen & vor Mnemba) noch mehr Fische als am Montag, mehr verschiedene Arten auch. Zum Beispiel ganz viele Doris… 😀 Das Türkis des Wassers war wiederum unglaublich & unbeschreiblich schön.

Heute haben die Kids zum dritten Mal Kitesurf-Unterricht nehmen wollen, aber leider hat der Wind nicht mitgespielt. Normalerweise wird es so ungefähr ab 14 Uhr windig, weshalb Sansibar ja auch ein Paradies für Windsportarten ist. Aber heute ist es den ganzen Tag windstill geblieben, sodass aus dem Kiten nichts geworden ist.

Dafür war das Meer zum Baden später wunderbar: nicht zu kleine, aber auch nicht zu grosse Wellen bei Flut. Der Unterschied zwischen den Gezeiten, Ebbe & Flut, ist hier (sehr) ausgeprägt. Am Morgen ist das Meer jeweils „weit draussen“ & der Strand ist breit. Wer Muscheln suchen möchte, wird belohnt. Am Abend ist der Strand nur noch ein schmaler Streifen & das Wasser reicht fast bis zu den vordersten Häusern. Der Unterschied ist eindrücklich & macht Ferien auf Sansibar auch aus dem Grund abwechslungsreich.

Jetzt höre ich auf zu schreiben, da wir noch tanzen gehen wollen.
Und morgen steht wieder ein Ausflug auf dem Programm.
Ich hoffe auf so schönes Wetter wie heute. Sonst ärgert es mich etwas, dass wir heute wegen dem Kiten, aus dem dann nichts geworden ist, keinen gemacht haben… 😬

 

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