Unë të dua.

Seine Fragen sind nicht nur aufrichtig & wahrhaftig, sondern regen mich auch an weiterzudenken & auf „Dinge“ zu achten, auf die ich sonst nicht geachtet hätte. Sogar hier auf der Balkanreise, auf der er ja nicht mal dabei ist, führen seine Fragen, die er mir am Telefon stellt, dazu, dass ich mehr wahrnehme & mich auch mit Naila darüber austausche. Das ist sehr bereichernd.

Er verfolgt unsere Route immer mit.
Er weiss immer, wo wir sind.
Er ist gedanklich & gefühlsmässig mit dabei.

Gestern Abend, als wir zweimal miteinander telefonierten, meinte er, dass er „erst“, seitdem Naila & ich auf dieser Balkanreise seien, wisse, welches balkanische Land sich wo genau befinde.
Vorher habe er die Karte einfach so vage im Kopf gehabt…
Jetzt habe er sie plötzlich genau vor sich.

Wie diametral anders das alles ist zum Sommer 2023… (!!!!!!) – ich kann das nie auch nur annähernd abschliessend beschreiben.

Nächsten Sommer wollen wir zusammen durch den Balkan reisen.
Wir freuen uns beide schon sehr darauf.
Wie viele der fünf Kinder mitkommen werden, wissen wir noch nicht.

Taieb will sich auf (s)eine Jiu-Jitsu-Karriere fokussieren.
Naila träumt häufig von Ferien mit ihren Freundinnen.
Amirs* drei Kinder sind jünger als meine beiden… – wir werden also sehen, wer dann Lust hat, mit uns durch den Balkan zu tuckern. 🤷🏻‍♀️ 🤷🏻‍♂️

Mit dem Vermieter des sehr hübschen Studios, das Naila & ich in Podgorica hatten, hab‘ ich geredet. Er hat insgesamt drei Studios mit Platz für acht bis zehn Personen. Das dürfte so oder so reichen. 😅

Amir* schreibt mir jeden Tag, wie gerne er mit mir an all‘ diesen Orten wäre, wie er sich freue, sie & ganz, ganz vieles mehr mit mir zu erkunden & zu erleben, und wie er sich nach mir sehne & mich vermisse.
Und mir geht es genauso, was ich ihm natürlich ebenfalls mitteile.
Eigentlich ja klar…

Aber eben nur eigentlich.

Ein Mann, der wirklich lieben kann, sehnt sich nach der Frau, die er liebt, und vermisst sie.
Und er teilt ihr dies mit.
Immer & immer wieder.
Auf verschiedene Arten.
Voll intensiv & leidenschaftlich.
Er überrascht sie jeden Tag aufs neue.
Voll süss.

Er ist sich nicht zu schade für gar nix.
Er ist Mann genug, seine Gefühle zu offenbaren.
Und er liebt sich selbst genug, um eine Frau auch wirklich lieben zu können.
Er anerkennt all‘ ihre Talente, Fähigkeiten & Stärken auf wunderbare Art & Weise.
Er wertschätzt sie über alles.

Und zwar nicht erst nach Konflikten, um Feuer zu löschen.
Sondern von aller Anfang an & immer.
Vollkommen selbstverständlich.

Er fühlt den Schmerz der Abwesenheit.
Er thematisiert diesen auch.
Er zeigt der Frau jeden Tag, was sie ihm bedeutet.
Er lässt sie spüren & wissen, wie wichtig sie für ihn geworden ist.
Er lässt keine Gelegenheit aus, ihr das zu schreiben oder zu sagen.

Er findet fast vier Wochen des Auseinanderseins viel.
Zu viel.
Viel zu viel.

Er findet, die Zeit vergehe langsam.
Zu langsam.
Viel zu langsam.

Amir* & ich haben schon beim Daten herausgefunden, dass wir etliche gemeinsame Reiseziele haben: Ägypten zum Beispiel. Oder Zypern. Weiter Jordanien. Und eben den Balkan.

(Um nur ein paar davon zu nennen…)

Den Balkan hab‘ ich jetzt schon mal umgesetzt… – hab‘ den Tapetenwechsel gebraucht.
Meine kleinere Balkanreise, nenn‘ ich sie.
Die grössere soll dann eben nächsten Sommer folgen.

Nun gut, die kleinere beinhaltet fünf Länder: Kroatien, Serbien, Bosnien, Montenegro, Albanien & wieder Kroatien.
Mit Hin- & Rückfahrt durch Slowenien.
Dass wir das alles schaffen, hätt‘ ich nicht gedacht.
Und wir sind entspannt dabei… – sehr sogar.
Das ist am wichtigsten in den Ferien.

Die längeren & langen Fahrten von einem Land ins nächste sind landschaftlich extrem eindrücklich.
Von Sarajevo nach Podgorica schwitzte ich auf der bosnischen Seite zwar Blut: Die Strassen waren sehr kurvenreich & schmal; ausserdem regnete es zwischendurch, was die Fahrverhältnisse für mein Empfinden prekär machte.
Sobald wir auf der montenegrinischen Seite angekommen waren, wurde es (viel) angenehmer, da die Strassen (viel) besser ausgebaut sind. Was, so vermute ich, mit dem Beitrittsgesuch & den Beitrittsverhandlungen zur EU zu tun hat.
Auch ist die Strecke ein River-Rafting-Eldorado; es gibt mehrere Rafting-Resorts.
Alles sehr rauh & wild…

Zuoberst ein riesiger Stausee, der wie natürlich aussieht.
Später, als wir nach Nikšić & dann Podgorica hinunterfuhren, sahen & rochen wir den Rauch von Waldbränden…
Und es wurde immer griechischer, es erinnert(e) mich immer mehr an Griechenland.

Griechenland & Marokko:
meine Herzens- & Seelenländer. 🇲🇦 🇬🇷

Die Fahrt von Zagreb nach Belgrad war von einer landschaftlichen Weite, viel Grün & Gebirge an den Horizonten geprägt.
Die Fahrt von Belgrad nach Sarajevo hab‘ ich in einem anderen Beitrag schon kurz beschrieben.
Und die von Podgorica nach Durrës, wo wir für vier Nächte bleiben, lass‘ ich lieber weg.

Kürzestzusammenfassung:
nervöser, unruhiger, ungeduldiger & verantwortungsloser Fahrer, der aufgrund seines Verhaltens nicht nur eine Verspätung von zwei Stunden & 20 Minuten einfuhr & mit zwei Handys am Steuer alle gefährdete, sondern auch keine einzige Pause für die Gäste einlegte.
Total mit sich selbst beschäftigt & total auf sich selbst fixiert.

Na ja, kenn‘ ich ja von irgendwoher…

Gepaart mit ungeduldig-unruhig-nervösen Verhaltensweisen wie beispielsweise nicht anstehen & nicht warten zu können, ständigem Fingernägelkauen & ständigem Gepfeife, das so pseudo-cool daherkommt, jedoch eine grosse innere Unruhe offenbart & an vielen Orten völlig unangebracht, um nicht zu sagen peinlich ist, liegt die Diagnose nicht mehr allzu fern. Dann noch der egoistisch-narzisstisch geprägte Subtyp eben dieser Störung & die Katastrophe ist komplett. Unerkannt & vor allem uneingestanden, meine ich. Sonst sähe es anders aus.

Aber jede(r), der/die sich psychologisch auskennt, weiss: Nichts hassen narzisstisch veranlagte Menschen mehr, als entlarvt zu werden. Nichts treibt sie zu noch absurderen Verdrehungen, noch auffälligeren Rechtfertigungen & noch grösserer Irrationalität. Nichts – wirklich nichts.

So, fertig Exkurs.

Zum Glück sind wir dennoch wohlbehalten hier in Durrës (Albanien) angekommen & können den hoteleigenen Privatstrand an der Adria geniessen. Es ist zwar sehr heiss, bis zu 38 Grad, aber der Blick über das weite Blau ist wohltuend. Wenn wir auf den Liegestühlen chillen, versucht Naila, braun zu werden, und ich übe ein bisschen Marokkanisch-Arabisch. Amir* freut es sehr, dass ich das mache.

Derweil versuchte er sich gestern Abend in Albanisch & schrieb mir:

„Unë të dua.“ ❤️

Worauf ich zurückschrieb:

„Edhe unë të dua.“ ❤️

* Name geändert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert